Ausbruchstrategien

Man kann verschiedene Arten unterscheiden:

  • Breaks von Trendlinien.
  • Breaks von bestätigten Widerstands- und Unterstützungslinien.
  • Breaks von nicht-bestätigten Widerstands- und Unterstützungslinien: Das sind Linien, die man nicht empirisch gewonnen hat, sondern im voraus berechnet. Dies ist etwa über Fibonacci möglich, über Gann, Murrey, sowie über verschiedene astrologische Verfahren. Die Spezialregeln für diese Linien sind dort jeweils beschrieben.
  • Die sogenannten Volatilitäts-Breakouts: Man geht in den Markt ab einem bestimmten Prozentsatz mit dem das letzte Close oder Open überschritten wird.
  • Das Breakout aus Formationen: Diese werden z. T. hier, z. T. bei den jeweiligen Formationen (Trendwende- und Fortsetzungsformationen) besprochen. Dabei ist zu beachten, daß in 75% der Fälle ein Ausbruch, falls er geschieht, in Richtung des Trends geht, der im höheren Zeitrahmen herrscht.
  • Breakouts aus Mustern: Auch diese werden teilweise auf der dortigen Seite behandelt.

Das Grundproblem ist allerdings bei allen Punkten immer das Gleiche. Man versucht an einem bestimmten Punkt zu entscheiden, ob der Trend weitergehen wird oder nicht. Diese Entscheidung ist ein Zentralelement des Tradens. Ein wichtiges Hilfsmittel dazu ist auch die Volumen-Analyse, besonders die Volume-Spread-Analysis.

Der Unterschied zwischen einem Break und einer Squeeze

Unter Squeeze versteht man, daß eine Seite aufgrund schnell auftretender Verluste unter allen Umständen den Markt verlassen muß. Dies führt zu steilen Bewegungen, die sehr häufig wichtige Widerstands- und Unterstützungslinien durchbrechen und damit falsche Signale geben, denn wenn diese Trader-Gruppe aus dem Markt ist, gehen diese Kurse wieder in die andere Richtung. Am häufigsten tritt dies bei Rallyes auf, also bei Marktanstiegen, wenn die Bären schnell den Markt verlassen müssen (Short Cover Rallye).

Ein sicheres Merkmal eine solche Squeeze von einem echten Break zu unterscheiden, gibt es nicht. Im wesentlichen gibt es drei Hilfsmittel:

  1. Man muß die hier dargestellten technischen Hilfsmittel beachten und sich dann aus ihnen ein Urteil bilden.
  2. Man muß die Schnelligkeit der Marktbewegung beachten, Squeezes sind sehr schnell und brechen ebenso schnell wieder zusammen.
  3. Beim Daytraden ist auch die Tageszeit wichtig, da die Squeeze zum großen Teil auch durch das Jagen von Stops bedingt ist, diese sind morgens und vormittags leichter durchführbar als am Nachmittag, wo sich häufiger ein Trend entwickelt.

Weiterhin sollte man auch auf die Lost Motion von Gann achten, die bei unterschiedlichen Märkten auch unterschiedliche Größen besitzt.

Die sicherste Möglichkeit, Breaks zu traden

Gescheiterte Breaks (Bullen- oder Bärenfallen) zeigen statistisch gesehen sicherer an, daß der Trend in die andere, also neue Richtung gehen wird als ein Break anzeigt, daß der Trend in diese Richtung gehen wird. Es ist also im allgemeinen sicherer, gescheiterte Breaks abzuwarten und dann gegen die Break-Richtung zu traden, als mit Antibreak-Systemen zu arbeiten. Wird man selbst Opfer einer solchen Bullen- oder Bärenfalle, muß man entschlossen und ohne zu zögern aus dem Markt gehen oder sogar die Position drehen und zwar so schnell wie möglich, da die Bewegungen ziemlich heftig sein können.

Weiterhin sollte man Breaksysteme nur anwenden, wenn der Markt kontrahiert ist, also die Volatilität stark gesunken ist. Dann erhöhen sich die Chancen für ein erfolgreiches Break erheblich. Anti-Breaksysteme dagegen sind vor allem dann interessant, wenn Trendindikatoren, wie z.B. der ADX, der RAVI oder der Fractal-Trend-Indikator sinken. Ähnlich verhält sich auch Chaikins Volatilität. In all diesen Fällen scheitern Breaks, die auftreten, meist bei den Kursen. Dagegen sind Breaksysteme günstiger, wenn diese Indikatoren steigen. Weiterhin sollte man die Historische Volatiltität beachten und sie verbinden mit dem Ansatz von Toby Crable (NR4/NR7) bzw. die Gesetzmäßigkeiten von Kontraktion und Expansion.

Das Traden von falschen Breaks

Falsche Breaks treten nicht nur bei Widerstands- und Unterstützungslinien auf, sondern auch aus Formationen, wie Dreiecken oder Flaggen. Diese Breaks sind nötig, um die schwachen Hände aus dem Markt zu drücken, so daß genügend Geld da ist, um die Gewinne auszuzahlen. Sie entstehen durch das unterschiedliche Verhalten der Profis und der Amateure. Die Mehrzahl der Amateure tradet Break-Systeme, wie den Ross-Haken, die Profis wissen das und decken sich schon vorher ein und wenn ein Ross-Haken überschritten wird oder eine andere Widerstandszone, nehmen sie die Gewinne mit.

Das Ganze kann natürlich manchmal aus Sicht der Profis schief gehen, wenn dort soviele Orders lauern, daß der Trend erst einmal ein Stück weitergeht, andererseits ist das Verhältnis von Widerständen und Unterstützungen, die halten zu solchen, die brechen, irgendwo zwischen 3-4 : 1, d. h. man hat einen großen statistichen Vorteil, wenn man auf das Halten tradet und nicht auf den Break. Die Hilfsmittel zur Erkennung und Ausnutzung von falschen Breaks sind vielfältig. Grundlage sind in jedem Fall die Bollinger-Bänder.

Denn falsche Breaks pflegen nach Überschreitung der Widerstands- und Unterstützungslinie an den Bollinger-Bändern zu wenden. Die traditionelle Herangehensweise beim Daytraden besteht in der Verwendung der Marktlupe. Man kann diese natürlich mit moderneren Indikatoren ergänzen und erweitern. Gehen die Bollinger-Bänder seitwärts, dann kann man das Scheitern eines Breaks mit hoher Sicherheit prognostizieren. Denn ein Ausbruch aus seitwärts laufenden Bollinger-Bändern (besonders, wenn sie dazu noch weit sind), scheitert eigentlich immer, es sei denn, es liegen drastische News vor. Zusätzlich kann man Oszillatoren verwenden als Ergänzung zu den Bollinger-Bändern und moderne Indikatoren.

Die Verwendung von Trendindikatoren ist auch möglich, wie den ADX, aber hat den Nachteil, daß man gelegentlich schöne Trades verpasst. Meist reichen die anderen Indikatoren, besonders, wenn man zusätzlich noch mit Kerzencharts arbeiten kann. Jedoch bedeutet ein fallender ADX, daß die Wahrscheinlichkeit von falschen Breaks stark erhöht wird. Man kann also bei einem fallenden ADX die meisten Fehlsignale herausfiltern. Ein weiterer Bereich ist die Feinanalyse der Indikatoren, z.B. gibt die Struktur des Momentums häufig Hinweise schon im voraus auf ein erfolgreiches Break oder ein Scheitern. Aber auch andere Indikatoren eignen sich für die Benutzung von Trendlinien und Widerständen bzw. Unterstützungszonen, jetzt nicht im Kurs, sondern im Momentum. Sehr häufig haben sie einen Vorlauf. Auch einzelne Oszillatoren, wie der RSI, brechen häufig durch ihre Trendlinien früher als die Kurse. Sehr häufig gibt das Volumen sehr gute Vorwarnungen, z.B. das OBV oder der Demand-Index.
Die Ausbruchsrichtung aus Formationen ergibt sich schon häufig dadurch, daß der Trend in ihnen erhalten bleibt. Zum Beispiel in Dreiecken findet man häufig die Erscheinung, daß, wenn z.B. eine Bewegung nach oben dem Dreieck voranging, innerhalb des Dreiecks die Kurse höhere Tiefs machen und ging eine Abwärtsbewegung voran, die Kurse tiefere Hochs ausbilden, usw. In vielen Märkten ist es möglich mit Hilfe der Zyklusanalyse ein Breakout zu prognostizieren. Dies eignet sich zwar nicht für das Timing, immerhin kann man damit gut abschätzen, ob ein bereits erfolgtes Break erfolgreich sein wird oder nicht. Echte Breaks werden im Normalfall bestätigt durch neue Höchst-oder Tiefststände in den Indikatoren. Falsche Breaks dagegen zeigen typischerweise Divergenzen auf zwischen Kurs und Indikator.
Es ist zu beachten, daß für einen gesunden Trend, kleine Bars typisch sind. Große Bars zeugen zwar von großem Momentum, bilden sie sich aber noch in einigem Abstand zu dem untersuchten Niveau, ist zu berücksichtigen, daß sie immer ein Anzeichen von heftigen Schwankungen sind und daher eher für Trendwenden sprechen. Anders ist es natürlich, wenn ein großer Bar durch das Breakniveau durchgeht. Einen wichtigen Hinweis gibt das Volumen. Im Normalfall zeigt eine Annäherung bei niedrigem Volumen, daß der Widerstand halten wird und ein Durchbruch mit hohem Volumen, daß der Break korrekt ist, Man muß allerdings auch die jeweilige Börsenphase beachten. Am Aktienmarkt z.B. sind am Anfang einer Bullenbewegung häufig Breaks auf niedrigem Volumen typisch und korrekt. Allerdings, wenn der Volumenanstieg an einer Widerstands- oder Unterstützungslinie geschieht und die Kurse dort gleichzeitig einen Doji bilden, sollte man vorsichtig sein, dies kann häufig auch ein Wendesignal sein. Allerdings ist wichtiger als die Höhe des Volumens die Tendenz, Steigendes Volumen (auf Stunden-Charts), bei der Annäherung an eine Widerstandszone deuten auf Break, es sei denn, das Volumen ist derart extrem, daß es eher ein Wendesignal ist, man vergleicht mit der gleichen Stunde des Vortages. Die Betrachtung der Bollinger-Bänder sind hier sehr hilfreich. Gehen diese waagerecht und die Kurse haben sie nach oben durchstoßen und es bildet sich ein Doji, ist eine Wende fast sicher. Haben die Bollinger-Bänder dagegen einen Trend nach oben oder unten, ist ein Durchbruch wahrscheinlicher, es sei denn, die Bänder sind gerade dabei, sich stark zu erweitern. Sehr wichtig ist die Zeitrahmenanalyse Normalerweise zeigt die Situation, sei es die in den Indikatoren oder die in der Chartanalyse, im höheren Zeitrahmen, wie sich der Break im niedrigeren Zeitrahmen entwickeln wird. Die meisten Bullen- und Bärenfallen, also Ausbrüche über Widerstands- und Unterstützungslinien, sowie Trendlinien, die scheitern, finden bei einem fallenden ADX statt. Daher kann man die Mehrzahl dieser falschen Breaks herausfiltern, das Ganze funktioniert besonders gut beim Daytraden, z.B. bei einem ADX für 13 Bars. Die Trendlinienanalyse der Indikatoren gibt sehr häufig den entscheidenden Hinweis. Nehmen wir z.B. an, der Dollar habe zweimal ein bestimmtes Widerstandsniveau gegen den Euro getestet und bricht beim zweiten Mal durch. Man würde jetzt die Trendlinie in einem Indikator, z.B. dem MACD anlegen und diese Richtung beachten. Geht die Richtung nach unten, dann würde man den Ausbruch für falsch halten, usw. Das kann man natürlich bei solchen Fällen auch schon optisch machen. Bei vielen Märkten, z.B. beim S&P und beim Dow, sieht man vor einem Break ein deutliches Ansteigen des Volumens im Tagesverlauf, z.B. auf Halbstunden- charts. Nimmt das Volumen deutlich zu, ist ein Durchbruch wahrscheinlich. Wird eine Widerstandslinie durchbrochen und es kommt nur zu einer geringfügigen Zunahme und die Kurse zeigen keine starke Bewegung von der Linie weg, handelt es sich wahrscheinlich um einen falschen Ausbruch. Obwohl die Keltner-Bänder heute weitgehend, wie auch die anderen Bänder, durch den Siegeszug von Bollinger verdrängt wurden, haben sie nach wie vor eine gewisse Bedeutung für das Daytraden. Erreichen die Kurse ein Keltner-Band, dann befindet sich der Markt meist in einer überkauften bzw. überverkauften Situation und man kann so prognostizieren, ob eine Widerstands-oder Unterstützungslinie halten wird oder nicht. In Seitwärtsbewegungen zeigen die Sentiment-Indikatoren ziemlich sicher die Ausbruchsrichtung an. Dies gilt vor allem dann, wenn die Seitwärtsbewegung nach einer Trendbewegung auftritt, also eine Ruhephase im Trend war. Auch der Arms-Index als Indikator für die Marktbreite zeigt bei Aktienindizes meist richtig die Ausbruchsrichtung an. Je steiler das Histogramm des Indikators verläuft (z.B. das MACD-Histogramm) desto wahrscheinlicher wird ein Break. Zur korrekten Ausbruchsrichtung kann man auch die Indikatoren benutzen, besonders die Zonenanalyse. Die Indikatoren haben typische Zonen, in denen sie sich bewegen in einem Bullen-und in einem Bärenmarkt. Bewegt sich der Indikator wie in einem Bullenmarkt, wird die Ausbruchsrichtung eben nach oben gehen und umgekehrt. Fällt er also z.B. bei Bewegungen nach unten nur auf Niveaus zwischen 40 und 45% zurück, um dann wieder anzusteigen, usw.

Der Breakout-Modus des Marktes

Die Trendindikatoren, wie z.B. der ADX, sollen feststellen, ob der Markt in einem Trendmodus ist. Für viele explosive Bewegungen kommt dies allerdings dann zu spät. Wichtiger wäre es, festzustellen, ob der Markt in einem Breakout-Modus ist, d. h. in einem Zustand, der normalerweise einer heftigen Trendbewegung vorangeht. Hierfür gibt es in der Tat einige Hinweise:

Die Bollinger-Bänder müssen sich verengt haben, mindestens um die Hälfte ihres vorhergehenden Zustandes, besser um mehr. Sie sollen auch möglichst waagerecht gehen.

Momenti verschiedener Länge müssen gegeneinander laufen, zumindest nicht parallel laufen.

Verschiedene Ozsillatoren müssen im neutralen Bereich sein, also im mittleren Bereich, nach Möglichkeit ebenfalls in verschiedenen Zeiträumen. Man muß hier mindestens zwei Oszillatoren verwenden und man hier durchaus traditionelle nehmen, wie RSI oder Stochastik, da wir die Stimmung des Marktes messen möchten, der auf diese fokusiert ist.

Beim Daytraden sind vor allem die Indikatoren der Marktlupe relevant. Besonders die Divergenzen zwischen Future und Kassa, sowie zwischen Aktienmarkt und Dow Transport bzw. Dow Utility geben häufig Ausbruchssignale.

Sehr wichtig beim Aktienmarkt sind auch die Signale des Arms-Index, auch beim Daytraden im Intradaybereich. Solange der Arms seitwärts geht, kann kein Break geschehen, denn es kommt kein neuer Verkaufs-oder Kaufdruck in den Markt.

Teilt man den TICK-Indikator auf in Abwärtsvolumen und Aufwärtsvolumen, so zeigen die Veränderungen dieser beiden Größen häufig die Ausbruchsrichtung an, aus längeren Seitwärtsbewegungen.

Eine interessante Anwendung in Seitwärtsbewegungen bietet der Will-Spread: Steigt oder fällt der Will-Spread in einer Seitwärtsbewegung sehr stark, dann werden die Kurse sehr wahrscheinlich in diese Richtung ausbrechen.

Bodenbildungen bei Chaikins Volatilität im negativen Bereich deuten auf eine mögliche Ausbruchsbewegung aus einer Seitwärtsbewegung hin, also für den Beginn eines neuen Trends. Sinkt der Indikator, so finden sich gehäuft falsche Breakouts. Man sollte dann also die Antibreaksysteme bevorzugen.

Der Hauptnutzen des Herrick-Payoff(HPI) liegt in Seitwärtsbewegungen. Er zeigt hier ziemlich zuverlässig die Richtung des Ausbruchs an.

Mit Hilfe des Detrends kann man auch gut entscheiden, ob der letzte stattgefundene Boden oder Gipfel ein zyklischer Wendepunkt war. Insofern ist er auch mit Einschränkungen zum Traden direkt geeignet als man bei Widerstands- und Unterstützungslinien häufig ihr Halten prognostizieren kann bzw. ihren Bruch vermuten darf, wenn der Zyklus noch nicht so weit fortgeschritten ist.

Breaks von Trendlinien

Die Grundregel ist die, daß fast nie der Kanal gebrochen wird in einem Zug ausgehend von der gegenüberliegenden Kanalgrenze. Die Kurse werden also zunächst entweder in der Mitte stoppen und seitwärts gehen, bevor sie aus dem Kanal ausbrechen oder aber sie werden längere Zeit an der später durchbrochenen Linie entlangkriechen. Gehen sie seitwärts, dann häufig so lange, bis sie die zu durchbrechende Trendlinie erreichen.

Geschieht der Durchbruch nach einer Seitwärtsbewegung, dann gibt das Volumen häufig frühzeitig ein Signal, es steigt während der Seitwärtsbewegung und innerhalb der Seitwärtsbewegung geht das Volumen mit dem zukünftigen Trend.

Ein weiteres Hilfsmittel ist die Zweiteilung des Kanals, meist bewegen sich die Kurse vor einem Ausbruch, überwiegend in der gegenüberliegenden Hälfte.

Der Umsatz sollte bei den Bewegungen auf diese hin sinken und bei den Bewegungen von dieser weg steigen. Dies ist ein Zeichen dafür, daß der Trend in Ordnung ist und die Trendlinie halten wird. Das Break-Signal ist also, wenn die Kurse sich mit steigendem Volumen der Trendlinie annähern.

Der GD-Oszillator ist auch besser für die Zonenanalyse geeignet als der MACD. Beispielsweise deuten sich Trendlinienbrüche meist dadurch an, daß der GD-Oszillator noch vor dem Trendlinienbruch der Kurse an der Mittellinie verharrt und dort eine typische Seitwärtsbewegung macht. Meist macht in diesen Fällen der MACD einen Kuß, allerdings nicht an der Mittellinie, sondern darüber oder darunter.

Überhaupt sind Wenden an der Mittellinie oder an anderen Zonen im Indikator ziemlich wichtig, z.B. zeigt sich hier häufig im voraus die Ausbruchsrichtung aus Dreiecken: Noch bevor der Ausbruch aus dem Dreieck sich ereignet, macht der GD-Oszillator einen Boden, wenn der Ausbruch nach oben geht und einen Gipfel, wenn er nach unten geht in der Nähe der Mittellinie.

Typischerweise spricht es dagegen für das Halten der Trendlinie, wenn in dem Augenblick, wo die Kurse die Trendlinie erreichen, ein Oszillator denselben Wert im Extrembereich erreicht hat, den er beim letzten Gipfel oder Boden hatte.

Volatilitäts-Breakouts

Unter Volatilitäts-Breakouts versteht man zwei unterschiedliche Dinge:

Die eigentlichen Volatilitäts-Breakouts nutzen die Eigenschaft der Volatilität aus, sich sowohl zyklisch zu verhalten als auch prognostizierbar, d. h. nach geringer Volatilität folgt hohe und auf hohe Volatilität folgt eben geringe Volatilität. Ein entscheidendes Hilfsmittel hierfür sind die Bollinger-Bänder.
Man bezeichnet als Volatilitäts-Breakout allerdings auch noch den Einstieg in den Markt, wenn sich der Kurs um einen bestimmten Betrag oder Prozentsatz vom gestrigen Hoch oder Tief entfernt hat, manchmal auch in Zusammenhang mit Lücken. Hier gibt es sehr viele System, die beliebt sind.

Sehr wichtig ist die implizite Volatilität bei charttechnischen Formationen und Breakouts: Breaks, die von keiner oder nur kleinen Änderungen in der impliziten Volatilität begleitet werden, sind keine überzeugenden Signale.

Acht Warnzeichen für das Break von Ulf Jensen

Insgesamt gibt es acht Hinweise darauf, daß ein Durchbruch durch eine Widerstandslinie erfolgreich sein wird und zwar bezogen auf Ausbrüche nach oben:

    Höhere Closes an den Bars.
    Steigende Umsätze.
    Steigende Werte unserer neuen Indikatoren, besonders, wenn sie auch im längerfristigen Zeitrahmen Kaufsignale geben.
    Kaufsignale verschiedener anderer Standardindikatoren.
    Durchbruch über eine möglichst horizontale Widerstandslinie.
    Ein Ausbruchs-Gap.
    Eine Chartformation, besonders im größeren Zeitrahmen, die zu explosiven Breakouts neigt, also etwa Flagge, Wimpel, Dreieck.
    Ein sich anbahnender Stochastik-Pop, d. h. die Stochastik kann durchaus schon den Extrembereich erreicht haben.

Das Trendlinienausbruchssystem von Ulf Jensen

Er fand das System durch Optimierung der zuvor stehenden Signale für das Breakout mit dem Computer, im Verlaufe der Trading-Meisterschaft. Es ergab sich nämlich, daß der Computer angab, daß die folgenden vier Kriterien für ein bevorstehendes Breakout die größte Wahrscheinlichkeit anzeigen:

  • %D von neun Bars steigend.
  • Kurtosis steigend.
  • Der Kurtosis des RSI steigend.
  • Der Kurtosis des RSI größer als 50.

Für Durchbrüche nach unten gilt das Gleiche eben umgekehrt, also Stochastik, Kurtosis fallend und der Kurtosis vom RSI fallend und kleiner als 50.

Breaks von Trendlinien und Widerständen und Relative Stärke

Die Relative Stärke (RS) ist ein gutes Hilfsmittel zur Prognose, ob eine Trendlinie, ein Widerstand oder eine Unterstützung halten wird. Besonders geeignet ist sie beim Scheitern an einem Widerstand, weil hier die RS schon frühzeitig absinkt, bevor die Widerstandszone erreicht wird. Dies funktioniert natürlich nur bei Märkten, wo man sinnvoll RS berechnen kann, vor allem bei Einzelaktien, aber auch bei Devisen. Wenn natürlich die RS von wichtigen Einzelaktien im Dow absinkt, kann dies schon auch ein Warnsignal für den Gesamtmarkt sein in einigen Fällen.

Balance Point und Schiebezonen

Sehr oft geht dem Ausbruch aus einer Seitwärtsbewegung oder Schiebezone ein typisches Zögern der Kurse voran, meist in der Nähe der oberen oder unteren Begrenzungslinie. Es bildet sich sozusagen eine kleine Mini-Schiebezone, dies deutet dann immer auf ein Ändern in der Psychologie hin. Die Kurse weigern sich, wieder in die andere Richtung zu gehen, dies deutet einen Ausbruch an. Meist natürlich in Richtung der näheren Begrenzungslinie. Die Identifizerung des Balance Points ist umso einfacher und sicherer, je schmaler diese Mini-Range ist und je näher am Rande.

Ein System für das Traden von falschen Breaks

Es stammt von Thomas Teuerzeit. Statt des RSI kann man auch andere Oszillatoren verwenden oder moderne Indikatoren. Man benutzt den ADX von 14 Perioden, den RSI von drei Perioden und die Bollinger-Bänder von 20 Perioden. Bei den Unterstützungs-und Widerstandslinien wird gefordert, daß die Kurse sie dreimal berührt haben, so daß sie etabliert sind. Der ADX zeigt, daß die Aktie sich nicht in einer Trendphase befindet. ,sondern in einer Seitwärtsphase. Da in solchen Phasen die Oszillatoren an Bedeutung gewinnen, nimmt man den RSI hinzu. Befindet sich der RSI im überkauften Bereich oder im überverkauften Bereich, ist dies ein Zeichen, daß der Großteil der Schwungkraft abgebaut wurde. Jeder weiß zwar, daß häufig die Trends noch viel weitergehen, auch wenn ein Oszillator im Extrembereich ist, jedoch passiert dies eben dann normalerweise nur, wenn ein Trend vorliegt, der ADX, also über 20 ist. Die Bollinger-Bänder sind interessant, da sie mit der Standardabweichung arbeiten. Bei zwei Standardabweichungen bewegen sich die Kurse in 95% der Zeit innerhalb der Bänder. Sie bleiben also nur sehr kurz außerhalb. Daher fordern wir als drittes Kriterium für einen Trade, daß die Kurse außerhalb der Bollinger- Bänder sein müssen, wir traden also auf Rückfall und einen False Breakout. Für den Long-Setup muß der ADX unter 20 Punkten notieren und der RSI in der unteren Extremzone sein, also unter 30 Punkte. Natürlich muß die Unterstützungslinie schon dreimal getestet sein. Danach muß das Setup-Tief auftreten, also ein Bruch dieser Trendlinie auf Tagesbasis und schließlich muß sich der Close außerhalb der Bollinger-Bänder befinden. Man kauft dann, wenn der Kurs wieder über den Höchstkurs des Ausreißertages steigt. Der RSI kann dann ruhig schon wieder über 30 Punkte sein, aber der ADX sollte noch unter 20 Punkten sein, höchstens bei 21, 22. Der Stop wird auf das Tief gelegt. Für den Short-Setup verläuft das Ganze umgekehrt, jedoch muß der ADX ebenfalls unter 20 Punkten sein, der RSI über 70, der Close oberhalb der Bollinger-Bänder, man kauft, sobald der Kurs unter das Tagestief des Ausreißers fällt, wenn der ADX noch unter 20 ist.

Trading-Range und Margin

Verlaufen die Trendkanäle waagerecht, liegt also eine Seitwärtsbewegung vor, dann spricht man von einer Schiebezone oder Trading-Range. Neben natürlich sich bildenden derartigen Seitwärtsbewegungen kann man mit einer „künstlichen“ Trading-Range arbeiten, indem man einen Kanal zieht um eine Seitwärtsbewegung herum in Höhe der zu hinterlegenden Margin. Die Konstruktion geht wie folgt vor sich: Man geht in die Mitte der Seitwärtsbewegung und schlägt mit einem Zirkel einen Kreis, dessen Durchmesser die Differenz ist zwischen der Anfangs-Margin und der Maintenance-Margin (also der Summe, ab der Nachzahlungen zu leisten sind). An diesen Kreis legt man dann die Tangenten an. Der Bruch dieser Tangenten durch den Preis ist dann immer sehr wichtig, denn er führt zu einer beträchtlichen Kursbeschleunigung, da hier gehäuft Margin-Calls auftreten. Da die meisten Margin-Calls nicht erfüllt werden, wird sich der Trend beschleunigen, da die Verlierer glattstellen müssen.

Akkumulations- und Distributionsmuster

Ein typisches Akkumulations-und Distributionsmuster sind die drei aufeinanderfolgenden Hoch-bzw. Tiefschlußkurse, die HIER bereits behandelt wurden. Ein anderes Akkumulations-und Distributionsmuster, das sogar noch etwas besser funktioniert, ist die Beziehung zwischen Eröffnungs-und Schlußkurs. Akkumulation ergibt sich durch einen Schlußkurs, der höher ist als der Eröffnungskurs. Distribution ergibt sich durch einen Schlußkurs, der niedriger ist als der Eröffnungskurs. Dieser Zusammenhang gilt in allen Zeitrahmen, auch auf 15-Minuten-Charts. Die Hauptregel ist, daß, solange der Trend intakt ist, sich ganz überwiegend Bars zeigen in Richtung des jeweils laufenden Trends. Dieser Zusammenhang läßt sich vielfältig einsetzen, auch z.B. bei der Frage, ob eine Widerstands- oder Unterstützungslinie halten wird oder nicht.

Thrusts innerhalb von Seitwärtsbewegungen

Mit Thrusts bezeichnet man heftige Bewegungen, diese können gut zur Prognose der Ausbruchsrichtung dienen, jedoch nicht für das Timing. Treten heftige Bewegungen im Volumen auf, prüft man, welche Richtung die Bars hatten, wo sich große Volumen ergeben haben. Die Richtung dieser Bars kennzeichnet die spätere Ausbruchsrichtung, es sei denn, im weiteren Verlauf würde die Richtung bei den großen Volumen-Bars wechseln. Dies würde dann eben für einen Umschwung in den Marktverhältnissen sprechen. Die großen Volumen-Bars zeigen immer an Akkumulation und Distribution, Akkumulation, wenn der Bar nach oben geht, Distribution, wenn er nach unten geht. Treten die heftigen Bewegungen in den Kursen auf, so ist ebenfalls die Richtung, in der die Bars schließen, zu beachten, Fast immer deutet sich die Ausbruchsrichtung an durch größere Bars mit heftigen Bewegungen, die in diese Richtung laufen. Dies wird meist übersehen, da auf große Bars in der Regel zunächst eine Korrektur oder Konsolidierung folgt. Es kann also z.B. sein, daß, wenn der Ausbruch letztlich nach oben geschieht, wir zwar größere Aufwärtsbars finden innerhalb der Seitwärtsbewegung, die Kurse aber zuvor noch an den unteren Rand der Seitwärtsbewegung laufen, bevor sie endgültig zum Ausbruch nach oben drehen.

Ausbrüche Seitwärtsbewegungen und Margin Call

Man nimmt die Mitte einer Seitwärtsbewegung als Ausgangspunkt. Man nimmt den Betrag zwischen Initial Margin und Maintenance-Marging und trägt jeweils die Hälfte davon nach oben und nach unten ab. In der Regel werden die so erhaltenen Preispunkte jenseits der Seitwärtsbewegung liegen, also jenseits der Trading-Range. Wird er überschritten, so wird bei einem Ausbruch die Ausbruchsbewegung sich beschleunigen. Grund: Hier ergehen Margin-Calls an jene Marktteilnehmer, die auf der falschen Seite in der Nähe des anderen Endes der Trading-Range in den Markt gingen. Man kann dieses System auch bei Trendbewegungen einsetzen im Sinne eines Trailing-Stops.

Volumen-Breakouts

Bei einem Breakout ist ein hohes Volumen immer ein gutes Zeichen dafür, daß ein Trend bevorsteht, besonders, wenn beim Breakout oder kurz danach in die neue Trendrichtung eine Power-Box auftritt. Dies gilt sowohl bei Ausbrüchen aus Seitwärtsbewegungen, sowie bei Ausbrüchen aus Boden-bzw. Topbildungen, ebenso bei Breaks von Widerstands- und Unterstützungslinien bzw. bei Gann-Angles, Fibonacci-Niveaus, Murrey-oder Planetenlinien.

Der Will-Spread

In vielen Phasen ist der Will-Spread ein guter Indikator für die Ausbrüche aus Seitwärtsbewegungen. Dies hängt natürlich auch von der Phase des Marktes ab. Benutzt man z.B. für den S&P die Bonds beim Will-Spread, so ist darauf zu achten, ob nicht andere Faktoren den Einfluß überwiegen, dies erkennt man daran, ob auch in den letzten Tagen Bonds und Aktienmarkt zusammengingen. Steigt innerhalb einer Seitwärtsbewegung der Will-Spread deutlich, dann ist ein Ausbruch nach oben wahrscheinlich, fällt er, ein Ausbruch nach unten. Man muß das natürlich analysieren auch in verschiedenen Zeitrahmen, besonders dem jeweils höheren.