Das Geheimnis des legendären Sakata-Trading

Das Geheimnis des legendären Sakata-Trading

Die Erfindung der Kerzen-Charts wird den japanischen „Rothschilds“ zugeschrieben, der Reis-Trader-Familie Homma, die sie Anfang des 18. Jahrhunderts erfunden haben sollen. Ihre Heimatstadt ist Sakata und unter diesem Namen hat sich über die Jahrhunderte eine gewaltige Trading-Literatur entwickelt mit mehr als 160 Trading-Regeln und Mustern. Hier werden nur drei davon dargestellt:

  • Sakata-Dreier-Methode
  • Sakata-Fünfer-Methode
  • Die Verwendung von vielkerzigen Mustern

Die Sakata-Dreier-Methode

Unter der Dreier-Methode versteht man keineswegs drei Methoden, sondern die Zusammenfassung aller Formationen und Techniken, in denen das Wort „drei“ vorkommt. Im folgenden werden die wichtigsten fünf dargestellt. Der Zahl drei wird eine besondere Bedeutung zugeschrieben, allerdings ist sie tatsächlich häufig bei den Chartformationen sehr wichtig.

Drei Berge, drei Buddhas

Drei Berge ist entspricht dem westlichen Dreier-Top und die drei Buddhas der Kopf-Schulter-Formation. Sie ist auf Kerzencharts natürlich ziemlich vielgestaltig und enthält alle möglichen Kerzenformationen, auch Dojis, Hammer, Libellen, usw. Auch die Abfolge der weißen und schwarzen Kerzen folgt keinem festgelegten Muster, sondern variiert. Daher macht es keinen Sinn, hier ein Beispiel zu geben, es handelt sich halt um die gleichen Formationen, wie bei Bar-Charts, nur eben in Kerzenform.

Drei Flüsse

So wird sowohl die Kopf-Schulter-Formation am Boden als auch der Dreier-Boden bezeichnet. Es gilt im Prinzip das oben Gesagte. Es handelt sich also zunächst um die Umkehrung der drei Berge bzw. der drei Buddhas. Die Terminologie ist hier allerdings ziemlich uneinheitlich, da die Autoren offensichtlich eine Vorliebe für die drei Flüsse haben und häufig den Morgenstern als Drei-Fluß-Morgenstern bezeichnen, ebenso die drei weißen Soldaten, usw. Überhaupt hat man in Japan eine Vorliebe für die Zahl 3. Man setzt einer ganzen Reihe von Dreierformationen den Namen Drei Flüsse hinzu. De facto kann man sagen, daß im Grunde sämtliche Dreierformationen hierunter zu verstehen sind.

Drei Lücken

Dieses System ist auch im Westen unter anderem Namen bekannt. Man spricht hier vom Breakaway-Gap, Continuation Gap und Erschöpfungs-Gap. Natürlich können in einem Move noch wesentlich mehr Gaps vorkommen, jedoch bezieht sich dieses Muster auf die Erscheinung, daß, wenn innerhalb von vier Kerzen drei Lücken auftreten, also zwischen allen Kerzen derselben Farbe Lücken entstehen, dies ein Zeichen ist, daß die Bewegung erschöpft ist und stocken wird. Dies ist die klassische Definition (Sanku), die auch Bestandteil der Sakata-Fünfermethode ist. Im modernen Sakata-Verfahren benutzt man aber die Lücken freier, durchaus ähnlich, wie dies in der westlichen Charttechnik üblich ist.

Drei Soldaten

Im Ursprung bedeuten drei Soldaten alle Formationen mit drei Kerzen gleicher Farbe. Da aber einige dieser Muster bullish sind, andere bearish, empfiehlt es sich, verschiedene Namen zu wählen. Hier im Skript sprechen wir nur von den drei weißen Soldaten und bezeichnen die anderen Formationen mit anderen Namen, wie z.B. drei Krähen oder Deliberation.

Drei Methoden

Dies hat eine doppelte Bedeutung. Zunächst einmal ist dies die Empfehlung, die vom japanischen ins englische übersetzt sprichwörtlich geworden ist: „Buy, sell and rest“. Es bezieht sich also auf die Ruhepausen im Trend. Daher wird es auch für ein Fortsetzungsmuster aus fünf Kerzen verwendet, das besonders typisch ist für das Pausieren im Trend, wonach er wieder aufgenommen wird.

Sakata-Fünfer-Methode

Die Fünfer-Methode bezieht sich im Gegensatz zur Dreier-Methode nicht auf Fünfermuster, sondern auf fünf verschiedene Regeln, wobei vier Muster sind und das fünfte philosophische Regeln, sie werden dem Familiengründer Sokya Homma zugeschrieben aus der Stadt Sakata, der angeblich der Erfinder der Kerzencharts sein soll.

Sanku

Sie besteht aus drei Lücken innerhalb von vier aufeinanderfolgenden Kerzen der gleichen Farbe, es ist also das Gleiche wie die drei Lücken.

Sanpei

Das bedeutet drei aufeinanderfolgende Bewegungen, es können also z.B. die drei Soldaten sein oder die drei Krähen. Zwischen den Kerzen dürfen keine Lücken sein. Es deutet immer auf ein gewisses Anhalten im Trend hin. Im englischen spricht man auch vom „stalled pattern“, also vom abgewürgten Muster. Viele der bei den Dreierformationen beschriebenen, fallen hier darunter.

Sansen

Dies ist auch eine Sammelbezeichnung, man versteht hier verschiedene Dreierformationen, die Top- und Bodenbildung einleiten. Sie sind bei den Dreierwende-formationen alle enthalten. Im wesentlichen ist dies identisch mit dem bei der Sakata-Dreierverfahren schon besprochenen Formation Drei Flüsse.

Sanzan

In Japan versteht man darunter verschiedene Topbildungsformationen, gelegentlich auch Bodenbildungsformationen, die als gemeinsames Merkmal lediglich haben, daß sie mehr oder minder abgerundet sind. Dazu gehört der „Rounded Top“, ebenso wie die Kopf-Schulter-Formation dazu, aber man findet auch den Doppeltop so bezeichnet.

Candlestick-Philosophie

Das fünfte Element der Sakata-Fünfer-Methode ist eine philosphische Regelsammlung, die hier nicht wiedergeben wird. Sie wird dem Familiengründer Sokya Homma zugeschrieben.

Komplexe Muster

Besonders typisch für das Sakata-Verfahren ist die Verwendung von komplexen Mustern, die wichtigsten wurden hier behandelt. In Japan ist es jedoch so, daß man sich nach einer Weile weitgehend von den Formationen löst und zu einer Art meditativer Betrachtungsweise der Kurse übergeht. Man kann hier also keine genauen Formationen angeben. Dies geschieht zwangsläufig, wenn man sich längere Zeit mit den Candlestick-Charts befasst. Man fängt zwangsläufig an, sich von den einzelnen Formationen zu lösen und den Fluß und den ständigen Wechsel zwischen ihnen festzustellen. So gelangt man nach und nach dazu, die Bewegungen des Marktes zu verstehen.