Erfolg mit der technischen Analyse

Die technische Analyse leistet etwas, was man mit keiner anderen Technik erreichen kann. Es gibt zwei Möglichkeiten, Erfolg an den Märkten zu haben:
Insider-Informationen
Marktpsychologie
Beide schlagen sich aber in den Bewegungen der Preise nieder und können mit Hilfe der technischen Analyse aufgedeckt werden.
Trotz dieser Leistungen scheitern die meisten Trader bei der Awendung. Die Gründe finden Sie HIER.
Die richtige Anwendung der technischen Analyse
Grundlagen sind zunächst die Kenntnisse der einzelnen Chartierungstechniken, besonders der Barcharts und der Kerzencharts, sowie der Indikatoren. Alles dies ist Bestandteil der technischen Analyse. Hier werden unter technische Analyse nur jene Gebiete abgehandelt, die allgemeiner Natur sind und dabei helfen, die anderen Verfahren zu verstehen.
Darüberhinaus gibt es eine Reihe von weiteren Zweigen der technischen Analyse, z.B. Fiboncci, Gann und Murrey.
Es kommt aber nicht nur darauf an, sich einen Wissensfundus zu verschaffen, sondern dies richtig umzusetzen. Der entscheidende Punkt dabei ist Beobachtung.
Bestimmte Verfahren funktionieren besser bei bestimmten Märkten, weniger abei anderen.
Wichtig ist die jeweilige Marktphase, manche Verfahren sind gut für Seitwärtsbewegungen, manche für starke Trends, manche für schwächere, manche funktionieren eher in Auf-als in Abwärtsbewegungen, usw.
Für alle Verfahren gilt, daß die technische Analyse nur Wahrscheinlichkeiten feststellen kann. Diese Wahrscheinlichkeiten lassen sich zwar erhöhen, wenn man nur tradet, wenn verschiedene unabhängige Verfahren in die gleiche Richtung deuten, es bleibt aber eben immer nur eine Wahrscheinlichkeit. Man kann die Zukunft nicht vorhersagen. Daher gehört zur technischen Analyse die Setzung von richtigen Ausstiegspunkten.
Dabei kommt es nicht auf die Größe des Stop Loss an, denn diese kann je nach Zeitrahmen und Technik variieren. Entscheidend ist, daß die Stop-Punkte sinnvoll gesetzt werden. Sinnvoll bedeutet zweierlei: Zunächst, daß es nur eine kurze Gegenbewegung braucht, damit entschieden werden kann, daß wir mit unserem Trade falsch liegen, dies ist aber nur gegeben, wenn man bestimmte günstige Situationen abwartet, z.B. wenn die Kurse an wichtigen Widerstands-und Unterstützunslinien sind, am unteren oder oberen Rand von Bollinger Bändern, usw.
Die Markbewegungen werden von Menschen gemacht. Deshalb versagt jedes Verfahren, wenn es schematisch angewendet wird. Wenn es so wäre, daß man mit schematischen Verfahren reich werden kann, dann wären die Mathematiker alle reiche Leute. Ein typisches Beispiel ist das Scheitern der neuronalen Netze. Entscheidend ist es vielmehr, aus den technischen Bewegungen die Psychologie, die dahintersteht kennenzulernen. Dies ist möglich, wenn man einerseits über ein gewisses Hintergrundwissen verfügt über die Fundamentals des Marktes, dies versuchen wir hier für die Bereiche Aktien, Aktienindizes und Devisen zu vermitteln. Andererseits ist es nötig, die Marktstimmungen aus den Medien, den Reports, usw. zu beobachten und in Beziehung zu setzen zu dem Bild in den Charts. Divergenzen lösen sich dann meist in Richtung der Charts auf, was ein großer Vorteil der Technik ist.
Viele Verfahren der technischen Analyse beruhen auf optischer Wahrnehmung und diese kann täuschen. Es ist daher häufig ein Hilfsmittel, die Kurse zu drehen. Die modernen Chart-Programme beherrschen dies meist. Man erkennt durch die Drehung eine Reihe von Formationen besser, z.B. eine Tasse mit Henkel, außerdem zeigen sich manche, neu einzuzeichnende, Trendlinien eher und klar. Häufig macht dieses Umdrehen des Charts den entscheidenden Vorteil aus, den manche Trader über andere haben. Im übrigen wird auch das technische Bild der Indikatoren häufig klarer. Der entscheidende Vorteil liegt jedoch darin, daß die Leute entweder Bullen oder Bären sind und daher mit vorgefassten Wahrnehmungsverzerrungen herangehen. Die Betrachtung der Kurse von beiden Seiten verändert dann den Blickwinkel.

Bestätigung und Filterung als Grundelemente der Technischen Analyse
Berechnet man isolierte Wahrscheinlichkeiten für den Gewinn eines bestimmten Verfahrens, so sind die Ergebnisse meist enttäuschend. Häufig nur wenige Prozente über der Zufallswahrscheinlichkeit, die man mit ungefähr 33% angeben kann(die Preise können eben nur steigen, fallen oder seitwärts gehen). Aus diesem Grund ist es nicht möglich, nur nach einem Verfahren zu traden, sondern man muß verschiedene kombinieren und die Signale mit einem oder mit mehreren anderen filtern. Auf diese Weise verpasst man zwar häufiger Trades, die geringere Anzahl von Trades hat aber eine wesentlich höhere Trefferquote und beim Daytrading ergeben sich so häufig Trade-Möglichkeiten, daß es ohnehin nötig ist zwischen den vielen Möglichkeiten zu filtern.
Nehmen wir als Beispiel an, wir haben zwei Verfahren, die beide eine Trefferquote von 35% besitzen. Verbindet man sie und tradet nur, wenn beide gleichzeitig ein Signal geben, so steigt die Trefferquote auf 57, 75%. Die Formel für die Addition von Wahrscheinlichkeiten lautet: X + Y – (X * Y), wobei X die eine und Y die andere Wahrscheinlichkeit ist. Dies funktioniert allerdings nur, wenn beide technischen Verfahren unabhängig voneinander sind. Hier nun liegt einer der wichtigsten Fehler, der von den meisten Tradern begangen wird. Sie kombinieren zwar verschiedene Indikatoren, aber solche, die mit den gleichen Inputs arbeiten: Hoch, Tief, Close, usw. Dabei ist es dann nicht relevant, ob man Trendfolger oder Oszillatoren verbindet, wichtig ist wirklich nur, ob die Daten, die eingehen, die gleichen sind oder nicht. Wie findet man nun unabhängige Indikatoren?
Ich muß zunächst Indikatoren suchen mit verschiedenen Inputs, z.B. gehen in Kerzencharts teilweise andere Informationen ein als in Bar-Charts. Die technische Analyse hat zahlreiche unabhängige Möglichkeiten, wie Volumen, Open Interest, Volatilität, Chartformationen, usw.
Bei den Indikatoren ist die Situation etwas komplizierter, weil es nicht reicht, Indikatoren aus verschiedenen Gruppen zu kombinieren, sondern man muß jeweils genau den Input prüfen, der in sie eingeht, z.B. wären die Bollinger-Bänder unabhängig von gleitenden Durchschnitten, weil sie Volatilität messen, aber andere Bänder, wie die GD-Bänder, keinesfalls. Ebenso gehen in die meisten Oszillatoren die gleichen oder doch sehr ähnliche Informationen ein, wie in die Trendfolger, usw.
Die modernen Indikatoren bieten verschiedene neuere Ansätze, die von den traditionellen Daten-Inputs weitgehend unabhängig sind.
Eine wichtige Quelle von unabhängigen Indikatoren sind die Widerstands-und Unterstützungslinien, die man über verschiedene Verfahren festlegen kann.
Eine wichtige Quelle von unabhängigen Inputs in die technische Analyse stellen die Außenseiterverfahren dar. Neben den mittlerweile schon etablierten Fibonacci-Linien wären hier Gann und Murrey zu nennen, sowie die in den letzten Jahren immer populärer werdende Astrologie.
Einen wichtigen Bestätigungs-und Filterpunkt stellt die Saisonalität dar, da diese völlig unabhängig ist von den konkreten, sich ereignenden Mustern bei den Charts. Hierbei ist auch die „Saisonalität“ im Rahmen des Monats und der Woche zu beachten, vgl. HIER.
Ein weiterer Filterungspunkt sind überraschenderweise die Fundamentals, z.B. beeinflussen die Preise der Bonds in vielen Phasen den Aktienmarkt sehr stark. Filtert man sein Trading-System darüber, nimmt z.B. Kaufpositionen nur dann, wenn die Bonds höher notieren als vor fünf Tagen und Verkaufspositionen nur, wenn die Bonds niedriger sind als vor 35 Tagen, kann man die meisten Trading-Systeme wesentlich verbessern, d. h. sowohl den Gewinn erhöhen, als auch den Draw-Down verringern. Gemeint sind hier Trading-Systeme für Aktien und den Aktienmarkt.
Grundsätzlich werden Signale umso sicherer, umso mehr sie von unabhängigen Verfahren bestätigt werden, aber auch ein Trade, der von vielen verschiedenen Verfahren bestätigt wird, kann scheitern. Hier können zwei Ursachen eine Rolle spielen(unterstellt man, daß die bestätigenden Indikatoren auch wirklich unabhängig sind).
Man hat es versäumt, die zeitlich übergeordnete Situation zu analysieren, ist z.B. einem Signal im Stundenchart gefolgt, ohne die Situation im Tages-Chart zu analysieren oder einem Signal im Tages-Chart ohne die Situation im Wochen-Chart zu betrachten, usw.
Seltener kommt es vor, daß ein externes Ereignis den Trade scheitern läßt, also unerwartete Nachrichten.
Die vielen Möglichkeiten für Filterung und Addition der Wahrscheinlichkeiten kommen natürlich nur zum Tragen, wenn man die gegenseitigen Bestätigungen abwartet. Man kann auf diese Weise Trefferquoten von über 80% erzielen. In diesem Zusammenhang muß man sich klarmachen, daß aktive Trader normalerweise verlierende Trader sind. Die erfolgreichen Trader dagegen widerstehen dem natürlichen Impuls zum Handeln und arbeiten mit Filtern, möglichst mit mehreren.
Das Hauptproblem der technischen Analyse
Wenn das oben Geschriebene richtig ist, dann wäre es jedem möglich, sich ein Trading-System zurechtzubasteln mit einer Trefferquote von 70-80%, sich also eine kleine Geldmaschine zu bauen. Die Sache muß also einen Haken haben. Die dargestellte Mathematik ist richtig, der Haken liegt darin, daß alle Techniker versuchen, sich eine Geldmaschine zu bauen. Es gibt also einfach zu wenig Leute, die bereit wären, Geld an sie zu zahlen. Nehmen wir als Beispiel den Devisenmarkt: Nur 11% der dortigen Umsätze werden von Firmen oder Privatpersonen getätigt, die die Devisen benötigen, 89% der Umsätze sind rein spekulativer Natur. Da die meisten dieser Spekulanten technische Analyse betreiben, gibt es einfach nicht genügend Leute, um die Gewinne dieser Techniker zu bezahlen.
Folgen für die Märkte: Die Folge ist, daß seit der Popularität der technischen Analyse die Märkte immer unruhiger geworden sind, falsche Breaks zeigen, usw. Dies ändert natürlich nichts an der grundlegenden Mathematik, aber es ändert etwas an den Fähigkeiten der Techniker, Gewinne zu erzielen. Denn diese Fähigkeiten hängen auch von ihrem Geldbeutel ab, und wenn technische Signale erst funktionieren nach einem heftigen Move in Gegenrichtung, der sie ausstoppt, dann ist nur noch ein kleiner Teil der Techniker unter den Gewinnern.
Fazit: Es reicht also nicht, so wie oben beschrieben, sich eine gewinnende Kombination von Faktoren zu schaffen, sondern man muß lernen mit der gestiegenen kurzfristigen Volatilität der Märkte zurechtzukommen. Der Schlüssel dazu ist Beobachtung und harte Arbeit, man muß die Bewegungen immer genauer verfolgen in verschiedenen Zeitrahmen und auch versuchen, neue, noch nicht bekannte Verfahren anzuwenden. Vor allem muß man der Masse entgehen. Wenn man weiß, daß die Masse z.B. zwei Minuten, fünf Minuten und zehn Minuten nimmt, dann kann es schon viel helfen, wenn man selbst vier und dreizehn Minuten nimmt, usw.

Weitere Probleme der technischen Analyse
Falsche Verwendung der Indikatoren
Bei der Anwendung der Indikatoren wird eine Reihe von typischen Fehlern gemacht, etwa ungeeignete Zeiteinstellungen, veraltete Indikatoren und vieles andere mehr. Eine Aufstellung der Fehler finden Sie HIER.
Die gleichen Methoden verwenden wie die Masse
Auf die Notwendigkeit, sich von der Masse abzuheben, wurde bereits oben hingewiesen.
Systeme funktionieren nicht
Ein zentraler Fehler ist die Suche nach erfolgreichen Systemen. Es herrscht der unausrottbare Glaube, daß es solche geben müsse. Dies widerspricht allerdings zentral der Idee des Tradens. Die Aufgabe des Traders ist es nämlich, die aktuelle Situation und das Spezifische, das Einmalige daran, herauszuarbeiten und dann eine Entscheidung zu treffen. Man trader also sich selbst und nicht den Markt. Ein Computer kann dies nicht und wird dies nicht können. Damit soll nicht gesagt sein, daß es nicht möglich wäre, mechanische Handelssysteme zu entwickeln, die mehrere Monate oder sogar manchmal um ein bis zwei Jahre erfolgreich sind. Der Aufwand hierzu ist allerdings sehr groß und die Erfolge sind normalerweise nicht mehr als 30-40% und bei Anstrebung solcher Renditen ist es einfacher und sinnvoller, statt selbst zu traden, in einem Hedge-Fond(www. hedgefond-berater. de)zu investieren.
Die Idioten-Regel
Ein weiterer Grund ist das Ausrichten des Tradens nach der KISS-Regel. Sie wird in der Tat in allen Büchern empfohlen, obwohl sie völlig falsch ist. Die KISS-Regel stammt usprünglich aus dem Militär und stellt die Anweisung dar, mit den Rekruten wie mit Idioten umzugehen(„Keep it simple, Stupid“-„Halt‘ es einfach, Dummkopf“). Im Trader-Bereich ist sie so populär, weil sie eben den Trader davon entlastet, die schwere Arbeit des langjährigen Studiums der Märkte durchzuführen. Tatsächlich gibt es aber keine einfachen Methoden, um am Markt erfolgreich zu sein. Erich Florek schreibt zu Recht in seinem, immer noch lesenswerten Buch über Technik, daß, wenn man Leute befragt, die vorgeblich mit einfachen Methoden, wie GD-Crossovers oder ähnlichem, Erfolg haben, man schnell feststellt, daß sie in Wirklichkeit nach dem kompliziertesten System traden, das überhautp denkbar ist: Nach der eigenen langjährigen Erfahrung. Sie variieren nämlich die Trading-Einsätze je nach ihrem Bauchgefühl und machen so Gewinne, wo Anfänger große Verluste einfahren würden.
Probleme mit der Software
Nach wie vor sind die üblichen Software-Programme nicht in der Lage, eine wirkliche Zweidimensionalität herzustellen, auch nicht über das Zoomen. Das bedeutet, daß eine ganze Reihe von Verfahren, hauptsächlich von Gann, nicht funktionieren können. Betroffen sind allerdings auch einige Fibonacci-Techniken und auch zyklische Verfahren. Beispiele wären die Fibonacci-Arcs und die Fibonacci-Extensionen. Man sollte nach Möglichkeit auf solche Verfahren nicht verzichten, sondern versuchen, sie mit Hilfe von einfachen Verfahren, wie Taschenrechner und Lineal, einigermaßen in den Griff zu bekommen.
Probleme mit den Daten
Die Daten aller Lieferanten weisen typische Fehler auf, auch besonders die Realtime-Kurse. Dies hängt damit zusammen, daß in der Regel nicht alle Daten übertragen werden, sondern nur Schnappschüsse, meist alle zwei Sekunden. Außerdem ist die Datenqualität selbst sehr schlecht, die Börsen konzentrieren ihre Software-Kapazitäten auf die möglichst schnelle Ausführung bei den Aufträgen ihrer Mitglieder. Besonders die Indikatoren sind hiervon betroffen.
Traden ist etwas anderes als prognostizieren
Eine ganze Reihe von Verfahren, z.B. die Bollinger-Bänder, geben im nachhinein fast immer richtige Signale. Dies aber realtime auszunutzen ist viel schwerer, da sich im Tagesverlauf die Lage der Bänder verschiebt. Bei der Benutzung solcher Indikatoren kommt es eben darauf an, daß man Erfahrungen sammelt und nicht schematisch vorgeht. Außerdem wird man auch bei richtigen Signalen der Technik sehr häufig ausgestoppt, weil kurz vorher noch Gegenbewegungen auftreten, um die schwachen Hände aus dem Markt zu drücken.
Signalorientierung vs. Problemorientierung
Die meisten technischen Verfahren sind signalorientiert, d. h. man kann sich nicht einfach an den Computer setzen, einen Chart herunterladen und anfangen, zu traden, im Glauben, daß die technischen Indikatoren einem die richtige Richtung ansagen werden. Diese sind so gebaut, daß man nur ab und zu sinnvolle Signale erhalten wird, die sich bestätigen durch andere Verfahren, so daß dann ein Traden erfolgreich sein wird. Des wird oft übersehen, da die meisten Trader täglich, oft mehrmals täglich, in den Markt gehen und wieder hinaus.

Die Bestätigung als zentrales Problem der Technischen Analyse
Die meisten Trader kombinieren verschiedene technische Indikatoren und glauben, so ihre Trefferquote erhöhen zu können. Dies ist jedoch ein Irrtum, denn die meisten Indikatoren gehen von denselben empirischen Fakten aus, nämlich den Kursen, sie addieren sich daher nicht. Ein technischer Indikator etwa, der eine Trefferquote von 35% besitzt und ein anderer von der gleichen Trefferquote haben, wenn sie zusammen Signale geben, daher auch nur eine Trefferquote von 35%.
Anders ist dies eben, wenn es sich um einen Indikator handeln würde, der von anderen empirischen Grundlagen ausgeht, die also nichts mit dem Kursverlauf zu tun haben. Hier würden sich die Wahrscheinlichkeiten addieren nach der Formel A+B-(A*B). Kombiniert man also eine technischen Indikator mit der Trefferquote von 35% z.B. mit einem astrologischen Signal, d. h. befolgt den Indikator nur, wenn auch ein entsprechendes astrologisches Signal gleichzeitig auftritt, würde sich so eine Trefferquote von 57, 75% ergeben und die meisten astrologischen Signale und auch viele Indikatoren haben deutlich höhere Trefferquoten von 40% und mehr. Zwei unabhängige Indikatoren von 40% ergeben aber schon eine Trefferquote von 64%, usw.
Die Astrologie ist nicht das einzige Verfahren, das unabhängig von den Kursen funktioniert. Ein anderes Beispiel wären einige Gann-Analysen, z.B. der gesamte numerologische Aspekt von Gann, wie etwa auch seine Quadrate. In diesem Bereich sind auch die Murrey-Linien anzusiedeln, die ebenfalls von Gann inspiriert sind und im Prinzip nichts mit den Kursen zu tun haben, sondern eine Art Naturkonstante darstellen, basierend auf der Oktavbildung, die in vielen Bereich der Natur zu finden ist, so eben auch in den Kursen. Das gleiche gilt auch für die Fibonacci-Analyse. Weitere von den Kursen unabhängige Quellen bieten das Volumen, für Daytrader besonders relevant das TICK-Volumen, beides ist aber schwer zu interpretieren und daher unzuverlässig, das gleiche gilt für die Saisonalität. Am interessantesten vielleicht sind noch die Muster, vor allem die Tagesmuster(die Muster werden zwar auch von den Kursen gebildet, jedoch sind die Wahrscheinlichkeiten mit denen sie zutreffen unabhängig von denen der verwandten Indikatoren, da die Auswertung anders verläuft, zumindest teilweise unabhängig), hier muß man aber ständig neue Testungen machen, da sich die prozentualen Trefferquoten stark verändern, je nach Börsenphase.

Fundamentale und technische Analyse
Es empfiehlt sich, die beiden nicht zu vermischen, da unterschiedliche Zeitrahmen und unterschiedliche Ansatzpunkte vorliegen. Die technische Analyse versucht die reale Psychologie der laufenden Kurse zu erfassen.
Es gibt allerdings einen wichtigen Überschneidungspunkt und das sind die News und die Reports. Dabei kommt es, anders als bei der fundamentalen Analyse, nicht auf das Ergebnis der Neuigkeit oder des Reports an, sondern allein entscheidend ist die Reaktion des Marktes. Reagieren die Märkte nicht auf positive Nachrichten, ist dies immer ein wichtiges Zeichen von Schwäche und reagieren sie nicht auf negative, dann ist dies ein Zeichen von Stärke. Dies kann man sogar im Daytraden verwenden, da an den meisten Tagen bestimmte Nachrichten hereinkommen. Es ist sogar günstiger, es nur sehr kurzfristig zu verwenden, da die kurzfristigen Stimmungen sehr stark schwanken in Abhängigkeit von vielen Nachrichten auch aus anderen Ebenen, bekannt ist, daß erfolgreiche Sportereignisse die Stimmung verbesern, u. ä.

Korrelations-Analyse
Dieser relativ neue Bereich ist sehr interessant und ausbaufähig. Es gibt verschiedene Varianten der Korrelations-Analyse:
Korrelationen im Intermarketbereich
Z. B. zwischen Bonds und Dow oder dem Dax und Dow oder Gold und Dollar. Man findet hier häufig bestimmte Beziehungen, z.B. ist die Korrelation zwischen Dax und Dow am Ende von Abwärtsbewegungen sehr groß und zwar negativ. Während neutrale Korrelationen in der Regel in Seitwärtsbewegungen auftreten.
Korrelationen zwischen Kurs und Indikator
Man kann einen Indikator mit einer Kursreihe korrelieren oder zwei Indikatoren miteinander. Beispielsweise kann man einen Momentum-Indikator oder einen Oszillator mit dem Grundmarkt korrelieren. Der Vorteil liegt darin, daß die normalen Indikatoren nachhinken vor Trendwenden. Häufig gibt aber die Korrelation schon eine Vorwarnung, ein Beispiel ist die Korrelation zwischen dem PFE und dem Dollar, vgl. HIER.
Korrelationen zwischen Indikatoren
Man kann eine Korrelation zwischen Indikatoren berechnen und sie mit dem Kurs des Grundmarktes vergleichen. Dieser Bereich ist noch weitgehend unerforscht und man wird hier noch viele neue Entdeckungen machen. Im Buch von Florek wird ein Spread zwischen dem französischen und dem englischen Index getradet mit der Hilfe der Korrelation zwischen MACD und CMO. Sowohl sehr niedrige als auch sehr hohe Korrelationen erwiesen sich hier als sehr frühzeitige und sichere Wendesignale.
Korrelationen zwischen Chartformationen und Kurs
Auch hier gibt es noch wenig Erfahrungen. Am besten scheinen sich Kerzencharts und P&F-Charts zu eignen. In der Januar-Ausgabe von 1998 von „Stocks and Commodities“ wird das Verfahren besprochen.

Der Domino-Effekt bei Indikatoren
Damit sind die Auswirkungen der fraktalen Struktur der Indikatoren gemeint zwischen den verschiedenen Zeitrahmen. Ein bestimmtes Signal, eines Oszillators etwa, ereignet sich in der Regel zunächst in Monats-Charts, dann im Wochen-Chart, dann im Tages-Chart und dann auf den Intraday-Charts. Ebenso kann man beim Daytraden z.B. 2, 5, 15 Minuten verfolgen, usw.
Auf diese Weise kann man komplexe Marktkorrekturen entschlüsseln, bevor sie sich ereignen.

Die Erkenntnisse der Chaos-Theorie
Die Ökonomie ging Jahrhunderte aus ideologischen Gründen davon aus, daß der Markt effizient sei. In einem effizienten Markt könnte eine technische Analyse nicht funktionieren. Dies hat u. a. dazu geführt, daß es keine geregelten Ausbildungen gibt für Techniker, so daß wir auf diesem Gebiet die größten Mißstände finden.
Erstmals im Rahmen der Chaos-Theorie und der fraktalen Geometrie wurden auch an den Universitäten empirische Untersuchungen gemacht über das Verhalten der Kurse, die Ergebnisse waren kurz gesagt, die folgenden: Der Markt durchläuft drei typische Phasen, was die Effizienz angeht:
Effizient:
Dieser Zustand ähnelt den Annahmen der ökonomischen Theorie, ist aber nicht identisch, entscheidend ist hier, daß die Marktteilnehmer unabhängig agieren und daher beschränkt rational agieren. Dies ist der Unterschied zur Theorie der Effizienz, die ein völlig rationales Verhalten unterstellt, das es natürlich nicht gibt.
Kohärent:
Der effiziente Zustand geht in den kohärenten über, wenn die Fundamentaldaten eindeutig positiv oder negativ sind. Die Marktteilnehmer agieren jetzt als Masse. Dies ist der Zustand, den die Techniker als Trend bezeichnen. Entscheidend ist nun, daß es sich nachweisen läßt, daß hier überdurchschnittliche Erträge erzielt werden können bei unterdurchschnittlichem Risiko: Der Zusammenhang zwischen Risiko und Ertrag ist also genau umgekehrt, wie von der ökonomischen Theorie angenommen und diese Theorie bestimmt nach wie vor die Bewertungsmodelle, z.B. im Optionshandel.
Chaotisch:
Fängt der kohärente Zustand an zu bröckeln, weil die Fundamentals nicht mehr eindeutig sind, tritt Chaos auf. Nachrichten mit geringem Informationsgehalt werden überbewertet und führen zu hektischen, schwer zu prognostizierenden Kursausschlägen. Dies hängt damit zusammen, daß die Marktteilnehmer zwar einerseits verunsichert sind, aber nach wie vor als Masse agieren, einmal positiv, einmal negativ, je nach Nachricht.

Technische Analyse und Prognose
Grundsätzlich vermeidet die technische Analyse es, Prognosen zu stellen und versucht mit dem Trend zu gehen. Zwar werden einzelnen Prognose-Verfahren benutzt, wie Fibonacci, der tatsächliche Markteintritt geschieht dann aber aufgrund von anderen Indikatoren, wenn das tatsächliche Marktverhalten das Fibonacci-Verhalten bestätigt.
Jedoch besitzt die Prognose eine ähnliche Grundlage, wie die technische Analyse selbst. Beide gehen davon aus, daß Marktzusammensetzung und damit das Marktverhalten der Masse, in kürzeren Zeitrahmen stabil bleibt, es sei denn, drastische Ereignisse von außen verändern das Verhalten der Masse.
Dies erklärt, warum es viel einfacher ist, in kürzeren Zeitrahmen zu traden, also Daytraden zu betreiben. Darüberhinaus erhalten wir so eine wichtige Möglichkeit, den wahrscheinlichen Erfolg einer Prognose im vorhinein festzulegen: Wir prüfen, ob das gewählte Prognoseverfahren in den letzten Wochen funktioniert hat. Ist das der Fall, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, daß es auch diesmal funktionieren wird, denn die Verhaltensweisen des Marktes ändern sich nur langsam.

Einheitlichkeit und Widersprüchlichkeit der Signale
Man achtet auf Einheitlichkeit oder Widersprüchlichkeit der Signale achtet. Größere Bewegungen, vor allem größere Aufwärtsbewegungen entwickeln sich nur, wenn die Signale einheitlich sind. Vergleicht man z.B. die tägliche AD-Linie mit der wöchentlichen, während die Kurse steigen, und sieht man, daß nur eine ein neues Hoch macht, so wäre dies ein widersprüchliches Signal. Das gleiche wäre der Fall, wenn etwa bei einer Aufwärtsbewegung im Dow die Bonds zwar steigen, aber der Dollar gleichzeitig stark fällt, usw.