Marktprofil Indikator

Marktprofil Indikator

Das Marktprofil von Steidlmeyer wurde als Hilfsmittel für Daytrader entwickelt, besonders für Märkte, wo keine Volumendaten vorliegen, also für Devisen und Futures. Die Grundidee besteht darin, den Trading-Tag in einzelnen Zeitabschnitte gleicher Länge zu unterteilen, z.B. 15 Minuten, diese jeweils mit einem Buchstaben zu kennzeichnen und sie der Trading-Range zuzuordnen, die die Preise in dieser Zeit zurücklegten. Auf diese Weise ergeben sich typische Verteilungen, die für das Trading benutzt werden. Dieses Verfahren ist sehr komplex und kann daher hier nicht dargestellt werden.

Es ist nötig, die Spezialliteratur heranzuziehen. Überdies verhält es sich so, daß das Marktprofil in den 1970ern und 1980ern entwickelt wurde. Mittlerweile bieten die modernen Computerverfahren und Indikatoren breitere Möglichkeiten der Analyse, so daß wir empfehlen, stattdessen die komplexen Verfahren anzuwenden, die auf den vier Seiten des Marktpulses dargestellt werden. Eine interessante Weiterentwicklung des Marktprofils bietet die Verbindung zwischen dem Persönlichkeitsprofil von Bill Williams mit dem Marktprofil. Allerdings empfiehlt Williams lediglich die Verbindung zwischen dem TICK-Volumen und der Value Area. Außerdem weisen wir noch kurz auf die Activity Bars hin, die eine ähnliche Idee vertreten.

Activity Bars

Sie sind eine weitere nützliche Weiterentwicklung der Idee des Marktprofils. Die Activity Bars sind in TradeStation verfügbar. Die Grundidee besteht darin, daß das Volumen an den Bar in Form von horizontalen Histogrammen eingefügt wird, damit man erkennen kann, wo Widerstands -und Unterstützungszonen liegen. In der Regel kann man allerdings nicht das tatsächliche Volumen benutzen, sondern es wird das TICK-Volumen benutzt, was hier nicht ganz so sicher ist. Die Hauptanwendung besteht darin, daß man prüft, ob der Schwerpunkt des Volumens in der oberen oder der unteren Hälfte stattfindet und dann jeweils Systeme verwendet, die in diese Richtung gehen, findet das Volumen also in der oberen Hälfte statt, würde man nach Kaufsignalen suchen, usw.

TICK-Volumen und Value Area

Bill Williams empfiehlt, diesen Indikator in Zusammenhang zu benutzen mit der TICK-Geschwindigkeit und dem Persönlichkeitsprofil.

Volumen und Value Area

Ausgangspunkt ist das Persönlichkeitsprofil des Marktes von Bill Williams und die dort gegebenen Interpretationen. Diese werden jetzt nur um das TICK-Volumen und die Value Area erweitert, indem man den einzelnen Zahlen jeweils Plus-oder Minuszeichen zuordnet. Als Value Area definiert man beim Marktprofil jenen Bereich, also jene Kursspanne, in der sich die Kurse überwiegend im Tagesverlauf aufgehalten haben, also etwa zu 70% der Zeit. Der gesamte Rest der Idee des Marktprofils wird hier nicht verwendet.

Liegt die Value Area auf den Marktprofil-Charts über der des vorangegangenen Charts so wird ein Pluszeichen der jeweiligen Zahl vorangestellt, liegt sie darunter, ein Minuszeichen. Liegt das TICK-Volumen des Bars über dem TICK-Volumen des vorangegangenen, wird ein Pluszeichen nachgestellt, liegt sie darunter, ein Minuszeichen nachgestellt. Gleiche Werte bedeuten immer eine Null. Die Interpretation geht im Grunde von den Zahlen aus, also im Grunde von den Interpretationen im Persönlichkeitsprofil, die Plus-und Minuszeichen wirken nur unterstützend. Man muß sich immer die Frage stellen, ob der Handel auf der jeweiligen Stufe erleichtert wird oder behindert. Es gibt also keine schematischen Interpretationsregeln.

Natürliche Zyklus der Marktbewegung

Hierbei wird die Bewegung des Marktes wie im Persönlichkeitsprofil gekennzeichnet, jedoch läßt man dessen Kern, also die zweistellige Zahl, weg und benutzt nu die flankierenden Zeichen, die die Bewegungen von Volumen und Value Area kennzeichnen. Jede Kursbewegung wird so durch zwei Zeichen gekennzeichnet, diese können +, – oder 0 sein. Williams stellt nun einen idealtypischen Ablauf eines Kurszyklus, d. h. einer Folge von Kurssteigerung und Kursverfall so dar, daß er die einzelnen Stufen mit Großbuchstaben von A bis O kennzeichnet und jeder einer entsprechende Kombination von Value Area und Volumen zuordnet.

Dabei ist darauf zu achten, daß es mehr Stufen gibt als Kombinationen, d. h. die einzelnen Kombinationen können verschiedene Bedeutungen haben, je nach ihrer Stellung im „natürlichen Zyklus“. Natürlich haben auch die Großbuchstaben mit denen im graphischen System von Steidlmayer zu tun. Eine Änderung in Volumen und Value Area wird erst dann angenommen, wenn sie größer als 10% ist, sonst wird eine 0 eingesetzt.

A (–): Value Area und Volumen sind kjleiner als beim vorhergehenden Bar. Diese Kombination erleichtet das Traden auf unterem Niveau nicht, daher würde man hier eher steigende Kurse erwarten. Der Anstieg kann allerdings auch mit B oder C beginnen.

B (00): Hierbei handelt es sich um das doppeldeutigste Signal, es ist grundsätzlich neitral bzw. nichtssagend zu interpretieren.

C (0+): Überlappende Areas bei steigendem Volumen kennzeichnen meist den Beginn eine Aufwärtsbewegung.

D (+0): Hier hat eine Aufwärtsbewegung stattgefunden, jedoch mit geringem Volumen. Es handelt sich um eine Fortsetzungskonstellation, hinter der noch nicht viel Kraft steckt.

E (++): Tritt im Aufschwung diese Kombination auf, dann ist es das Signal, long zu gehen, denn es zeigt, daß die Aufwärtsbewegung an Kraft gewonnen hat. Hierbei muß man natürlich immer den Zeitraum des jeweiligen Bar beachten.

F (+0): Die gleiche Kombination wie in D, es tritt im Aufwärtsschwung eine Ruhephase ein.

G (+-): Häufig der Beginn einer korrekturbewegung, daher ist dies eine gute Chance als Responsive Seller aufzutreten.

H (00): Die gleiche Kombination wie in B und N. Wenn dies nach einer deutlichen Kursbewegung auftritt, handelt es sich häufig, aber keineswegs immer, um eine Plateaubildung. Man sollte in einem solchen Fall andere Indikatoren heranziehen, um festzustellen, ob sich eine Wende anbahnt.

I (0+): Dieselbe Kombination wie C und O. Dies deutet hier auf den Beginn oder das kurz bevor Stehen einer Abwärtsbewegung hin, denn bei steigenden Umsätzen haben die Käufer nicht mehr die Kontrolle des Marktes.

J (-+): Eine Minusbewegung hat stattgefunden, aber noch nicht sehr viele Käufer und Verkäufer gefunden. In einer solchen konstellation nach einer trendwende handelt es sich aber trotzdem um ein Verkaufssignal, da sich die Bewegung wahrscheinlich beschleunigen wird.

K (-+): Analog zu Punkt E handelt es sich hier um ein sicheres Verkaufssignal.

L (-0): Dieselbe Kombination wie J, sie deutet darauf hin, daß die Kraft des Abschwunges erlahmt und gibt einen ersten frühen Hinweis auf eine mögliche Trendwende.

M (–): Dieselbe Kombination wie in A. Hier deutet sie auf das Ende der Abwärtsbewegung hin. Man wird jetzt den Markt sehr genau beobachten, um Chancen zu finden, ein Responsive Buyer zu werden.

N (00): Dieselbe Kombination wie in B. Ebenfalls neutral zu bewerten, in dieser Stellung muß man jetzt auf Informationen achten, ob eine trendwende oder eine weiter Fortsetzung des Trends wahrscheinlich ist.

O (0+): Dieselbe Kombination wie C. Von hier aus gerechnet beginnt der Zyklus sich zu wiederholen. Die hinter diesem Zyklus stehende Ordnung ist die, daß wir von A bis G gleichbleibenmde oder steigende Value Areas finden, ab dann gleichbleibende oder sinkende Value Areas. Die jeweiligen dazugehörigen Volumina variieren und sagen etwas über die Stärke des Trends aus.

Trading-Signale

Die normalen Trading-Signale sind die folgenden:

(++): Initiating Buy Signal (man kauft den Schlußkurs für das Traden im nächsten Abschnitt).

(-+): Initiating Sell Signal (man verkauft den Schlußkurs für das Traden in er nächsten Zeiteinheit).

(+-): Responsive Sell Signal (man verkauft den höheren Eröffnungskurs der nächsten Zeiteinheit).

(–): Responsive Buy Signal (man kauft die tiefere Eröfnung der nächsten Zeiteinheit).

Die übrigen Kombinationen geben zwar keine Kauf-oder Verkaufsignale, können aber z. T. nützliche Informationen vermitteln.

(+0), (-0), (0+): Diese drei Kombinationen deuten in der Regel auf eine Fortsetzung des Trends, sind daher Halte-und keine Kauf-oder Verkaufssignale.

(0-): Wenn es auf etwas hindeutet, dann auf eine Wende des gerade laufenden Trends.

(00): Wie bereits beschrieben, ist dieses Signal am wenigsten aussagekräftig.