Momentum Indikator

Momentum Indikator

Mit Momentum bezeichnete man ursprünglich die Trendstärke, besonders die, die gerade laufend in den Markt kommt, also die Veränderungen bei der Trendstärke. Der Begriff kommt aus der Physik und es war damit kein spezifischer Indikator gemeint, sondern das, was man mit den Augen optisch wahrnehmen kann. Oft wurde auch eine Verstärkung des Volumens als Momentum-Verstärkung gesehen. Später entstand das sogenannte Ur-Momentum, dies ist der erste Oszillator überhaupt. Man zog entweder vom Kurs von heute einen Kurs von vor einigen Tagen ab oder bildete eine ähnliche Differenz aus entsprechenden gleitenden Durchschnitten.

Das Besonderes dieses Oszillators liegt darin, daß, wenngleich er natürlich wie alle Indikatoren sich auf vergangene Daten bezieht, er doch häufig eine Prognosekraft hat, d. h. einen Vorlauf vor den Kursen, allerdings nur dann, wenn die Kurse nicht schnell wenden. Immer dann, wenn das Momentum langsam aus dem Markt geht oder langsam hineinkommt, bricht der Indikator eher Trendlinien als die Kurse, usw. Später wurde dann der ROC beliebter, dies ist das gleiche wie das Ur-Momentum, nur, daß man hier nicht die Differenz, sondern einen Quotienten bildet.

Auf dieser Seite fassen wir Ur-Momentum und ROC gemeinsam auf als Momentum, einfach aus gliederungstechnischen Erwägungen. Der letzte Momentum-Begriff, der historisch entstand, subsummiert darunter außer dem Ur-Momentum und dem ROC noch eine ganze Reihe von anderen Oszillatoren und teilweise sogar Trendfolger-Indikatoren, die alle irgendetwas über die Veränderungen der Trendstärke aussagen. Dieser Begriff ist allerdings relativ unscharf und wird hier nicht verwendet. Die Momentum-Indikatoren können im übrigen analog auch auf andere Indikatoren angewendet werden, weil sie auch hier häufig einen Vorlauf vor diesen Indikatoren haben.

Dieser ganze Bereich ist noch wenig durchgearbeitet worden, man hier leicht neue Entdeckungen machen. Eine andere Idee besteht darin, mit Hilfe eines neuronalen Netzes, z.B. des Predikt-Indikators, das Momentum selbst zu prognostizieren. Man ist dann der Kursentwicklung auf jeden Fall um zwei bis drei Bars voraus. Dies bedeutet beim Daytraden den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust. Besonders gut geeignet ist für die Zusammenarbeit mit einem neuronalen Netz das Ultra-Smooth-Momentum.

Momentum bei Aktien

Die folgenden Momentum-Indikatoren, sowie auch andere Indikatoren, wie MACD, die ebenfalls das Momentum widerspiegeln, also die meisten Trendfolgeindikatoren, eignen sich vor allem für das längerfristige Traden. Beim kurzfristigen Traden sind sie noch am ehesten geeignet für große Märkte, wie Aktienindizes und Devisen, eventuell auch bei sehr großen Aktien, die eine hohe Kapitalisierung aufweisen. Beim Daytraden der meisten Aktien allerdings sollte man auf andere Formen der Momentum-Analyse zurückgreifen, etwa auf die Analyse der Neuigkeiten, die Empfehlungen im Internet, das Marktverhalten der Aktie gegenüber dem Index, usw. Diese und andere Verfahren werden unter verschiedenen Punkten bei Aktien eingehend behandelt.

Zentrale Interpretationsfragen

Das wichtigste ist immer die Ko-Varianz innerhalb verschiedener Zeitrahmen. Tritt z.B. eine Wende im Kurs auf, dann wird beim Momentum des einen Zeitrahmens gerade eine entsprechende Wende vollzogen, in einem anderen bricht das Momentum aus der Formation aus und in einem dritten Zeitrahmen wird im Momentum eine Trendlinie gebrochen, usw. Das Momentum und der ROC haben insofern einen Vorlauf, als seine Wenden normalerweise nicht das Ende des Trends bedeuten, sondern nur die Erschöpfung.

Wenn also z.B. im Abwärtstrend der ROC einen Boden macht, dann wird der Abwärtstrend in der Regel noch weitergehen, wird aber in den letzten Zügen liegen, wobei man natürlich die anderen Zeitrahmen auch beachten muß.Obwohl er also natürlich, wie alle anderen Indikatoren, mit vergangenen Daten arbeitet, hat er eine gewise Prognosekraft, was eben unterstützt werden kann, wenn man ihn verbindet mit neuronalen Netzen, besonders dem Predikt-Indikator. Da das Momentum in der Originalform nur auf zwei Kursen beruht, schlägt es viele Haken, daher ist eine ausreichende Glättung von zentraler Bedeutung, vgl. auch das Ultra-Smooth Momentum.

Divergenzen ergeben sich in der Regel sinnvoll erst, wenn man etwas größere Zeitrahmen nimmt, bei kleineren Parameter-Werten unter 10, sollte man in erster Linie nur trendkonforme Signale beachten. Besonders ist darauf zu achten, daß es eine direkte Verbindung gibt zwischen der Steilheit des Momentums und der Länge der folgenden Kursbewegung, je steiler, desto länger. Bei der Anwendung sollte man einerseits immer mit mehreren Zeitrahmen arbeiten, andererseits die relevanten Zyklen im Markt beachten. Man setzt die Momentum-Länge auf die Hälfte der Zyklen. Es empfiehlt sich, das Momentum immer gemeinsam zu interpretieren mit der Beschleunigung.

Chartformationen und Struktur

Bei Momentum-Indikatoren treten Chartformationen relativ selten auf, wenn man sie aber findet, sind sie in der Regel wichtig. Am häufigsten kommen die Chartformationen beim ROC vor, also bei der durch Division erstellten Form des Momentum-Indikators. Unter Momentum-Struktur versteht man die Trendlinien, sowie Widerstands-und Unterstützungszonen im Momentum. Diese sind hier sehr wichtig, denn es kommt sehr selten zu Breaks oder Wenden im Kurs, denen nicht eine Bewegung in der Struktur des Momentums voranging, also z.B. Trendlinienbrüche im Momentum oder Bruch von Widerstandszonen im Momentum, usw.

Die Benutzung der Struktur ermöglicht es also hier, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Sie ist das wichtigste bei der Momentum-Analyse, allerdings muß man bei Trendlinien darauf achten, daß, wenn sie zu steil sind, ein Bruch keine größere Bedeutung hat. Überdies muß man die Struktur auch immer vergleichen mit Momenti anderer Zeitrahmen und sich nicht auf einen beschränken.

Momentum, Zyklen und Divergenz

Wichtige Wenden in den Kursen fallen praktisch immer zusammen mit den Wenden von dominanten Zyklen im Kurs. Diese erzeugen dann ein typische Muster im Momentum. Zunächst kündigt sich die Wende durch einen etwas verschobenen Doppelboden bzw. Doppeltop im Momentum an. Bei einer Bodenbildung also macht das Momentum einen Doppelboden, wobei der neue Boden etwas tiefer ist, danach machen die Kurse ihr absolutes Tief, während das Momentum jetzt einen etwas höheren Boden macht, also eine Divergenz zum Preis macht.

Strategien mit Momentum und Beschleunigung

Momentum und Beschleunigung
Der Trend wird durch das Momentuma, also die Geschwindigkeit, festgelegt und man geht mit dem Trend in den Markt, sobald die Beschleunigung vom negativen ins positive wechselt und nimmt Gewinne mit, wenn sie wieder 0 erreicht.

Das Momentum macht einen Wendepunkt und die Beschleunigung ist hoch
Dies ist ein typisches Trendwendesignal. Bei Trendwenden ist die Beschleunigung normalerweise hoch, aber erst, wenn das Momentum tatsächlich gewendet hat, kann man die Trendwende als bestätigt ansehen.

Das Momentum steigt, aber die Beschleunigung wird niemals hoch
Dies ist ein typisches Zeichen für Seitwärtsbewegungen und Schiebezonen. In diesem Fall wird man Oszillatoren für das Traden verwenden.

Das Momentum ist im Extrembereich und die Beschleunigung ist gegenläufig
Dies ist ein typisches Zeichen für V-Böden, also plötzliche Wenden. Man kann auf diese Weise Übertreibungen feststellen und überkaufte und überverkaufte Situationen ausnutzen. Für die erfolgreiche Umsetzung benötigt man aber noch andere Signale, aber ein scharfer Fall bei der Geschwindigkeit und ein starker Anstieg bei der Beschleunigung oder umgekehrt, ist immer ein wichtiges Signal, das sich eine gute Trading-Chance ergibt.

Das Momentum trendet und die Beschleunigung läuft in die andere Richtung
Man versucht hier in einen scharfen Trend einzusteigen und geht in die Richtung des Momentums, sobald die Beschleunigung die ersten Ermüdungszeichen zeigt, also sich zur Wende in Richtung des Momentums anschickt. Es handelt sich letztlich um eine Verschärfung der ersten Strategie.

Das Momentum ist fast Null, aber die Beschleunigung ist stark
Hier versucht man, möglichst frühzeitig in einen sich neu entwickelnden Trend hineinzukommen. In den meisten Fällen nämlich steigen die Kurse schon eher, bevor das Momentum richtig ansteigt. Diese Situation ist günstig, wenn es zuvor einen Selloff gegeben hat, also ein starkes Abfallen der Kurse bei hohem Volumen. Die Gefahr ist, daß man eine Seitwärtsbewegung erwischt, diese ist aber nach einem scharfen Abfallen nicht mehr sehr hoch.

Man geht gegen den Trend, wenn sowohl Beschleunigung als auch Geschwindigkeit sehr stark in dieselbe Richtung gegangen sind. Versuchte man mit der vorangegangenen Strategie, Ausverkäufe festzustellen, versucht man jetzt dasselbe bei Gipfeln. Bei Rohstoffen typischerweise nach einigen Limit-Tagen. Für diese Märkte ist die Strategie auch sehr gut geeignet, denn meist folgt darauf ein Kollaps. Die Grundidee besteht darin, daß beide Indikatoren nur dann zusammen stark sind, wenn die Preise fast senkrecht gehen. Man legt jetzt tiefere Verkaufs-Stops in den Markt, um vom folgenden Zusammenbruch zu profitieren, denn solche Phasen kann der Markt nicht längere Zeit durchhalten.

REI-Oszillator

Dieser Indikator von Tom deMark basiert auf einem 2-Tages-Momentum der Höchst-und der Tiefstkurse, es werden die Differenzen benutzt in der ursprünglichen Formel für fünf Tage. Werte über 40 signalisieren eine überkaufte Situation, Werte unter -40 eine überverkaufte. Eine Besonderheit dabei ist, daß, wenn der Wert des Oszillators in der Nähe von 0 waagerecht verläuft, sich meist ein sehr starker Trend entwickelt bzw. schon begonnen hat. Insgesamt gesehen sind die Kurven wesentlich besser ausgeprägt als bei älteren Indikatoren und Momenti. Da er im allgemeinen nicht geglättet wird, ergeben sich gelegentlich kleinere Haken, so daß er schwer ohne subjektive Erfahrung objektiv interpretierbar ist. Außerdem gibt er in sehr starken Trendphasen keine Wiedereinstiegssignale in Richtung des Trends, da er dann waagerecht verläuft, was man durch andere Indikatoren oder Trendanalysen ausgleichen kann.

ROCs und Volatilität

Günstig ist es, wenn man über eine Software verfügt, die es erlaubt, mehrere ROCs verschiedener Länge in einem Diagramm darzustellen. Laufen fünf oder sechs ROCs eng beieinander, so spricht dies für einen baldigen starken Trend, analog etwa der Verengung der Bollinger-Bänder. Dies ist besonders dann der Fall, wenn sich mehrere ROCs ihrer Null-Linie nähern. Die Kraft dieses Signals hängt mit der zyklischen Struktur des Marktes zusammen. Ein enges Zusammenlaufen von mehreren Zeitrahmen geschieht normalerweise nur dann, wenn mehrere Zyklen gleichzeitig einen Boden oder ein Top bilden. Dies funktioniert in allen Zeitrahmen und ist daher auch gut geeignet für das Daytrading. Man kann damit Kurzfrist-Zyklen aufdecken, die man mit anderen Verfahren nicht so sicher finden kann. Laufen die ROCs dagegen auseinander, bildet sich hohe Volatilität und wenig Trend im Markt, dies ist die Zeit, um Optionen zu schreiben.

Der True-Strength-Indicator (TSI)

Die Grundidee des TSI versucht einen Oszillator zu schaffen, der gleichlaufend ist(während das Momentum oft einen Vorlauf hat und die meisten anderen Indikatoren einen Nachlauf). Der Entwickler Wilhelm Blau nahm ein 1-Tages-Momentum, das er verschiedenen Glättungen durch EMAs unterwarf. Jedoch kann man die Formel beliebig abwandeln, je nach Kursverhalten. Als Signallinie wurde ein 7-Bar-EMA des Indikators benutzt. Auch das Histogramm gibt gute Signale.

Dennoch ist die ursprüngliche Idee nicht so interessant, denn gegen plötzliche Richtungsänderungen ist auch dieser Indikator anfällig. Er gibt jedoch ein günstiges Trendfolgesignal, das zuerst von Bill Williams beschrieben wurde. Ein Kaufsignal tritt hier auf, wenn der TSI über Null fällt und dann einen Boden ausbildet ohne die Null-Linie zu überschreiten. Ein Verkaufssignal bildet sich, wenn er unterhalb der Null-Linie einen Gipfel ausbildet und wieder fällt. Diese Signale erwischen häufig gut die Korrekturen gegen den Trend. Sie sind sehr gut geeignet, auch für das Timing im Intradaybereich, auch für das Daytraden. Aufgrund der Schnelligkeit des Indikator gibt es allerdings häufiger Fehlsignale, man sollte also den Indikator verbinden mit wichtigen Widerstands-und Unterstützungslinien, wie Fibonacci, Murrey oder Planetenlinien oder den modernen Indikatoren.

ROC und Momentum

Fasst man das Momentum als Indikator auf, so verstand man früher darunter die Indikator-Bildung durch Differenzbildung, d. h. man zog z.B. von einem kürzeren Zeitraum den längeren Zeitrahmen ab. Heute zieht man im allgemeinen die Divisionsmethode vor, d. h. man dividiert den Wert des kürzeren Zeitrahmens durch den eines längeren, eventuell zuvor mit einem Gleitenden Durchschnitt geglättet. Diese Divisisonsmethode wird auch als ROC bezeichnet und hat sich weitgehend durchgesetzt. Man sollte beide Varianten benutzen, da in manchen Situationen auch die Differenzmethode besser funktioniert.

Das Ultra-Smooth-Momentum

Wie gesagt, werden alle Momenti im Normalfall geglättet verwendet. Ihre Stärke liegt darin, daß sie häufig vor den Kursen die Richtung ändern. Ob die Richtung allerdings relevant ist, kann man erst nach der Glättung erkennen, da hier die kleineren Bewegungen herausgefiltert werden. Andererseits verzögern sich die Signale durch die Glättung beträchtlich. Der eigentlich positive Effekt, der des Vorlaufs, geht dadurch verloren. Dieses Problem wird jetzt durch das Ultra-Smooth-Momentum gelöst. Es handelt sich um kein einfaches Momentum, sondern um einen hochkomplexen mathematischen Indikator.

Die dünne Linie ist ein normales, ungeglättetes Momentum, die dicke Linie ist das Ultra-Smooth-Momentum. Es ist einerseits stark geglättet, hat aber andererseits keinen Time-Lag gegenüber dem Momentum. Auf diese Weise lassen sich die Vorteile der Glättung verbinden mit den Vorteilen eines ungeglätteten Momentums, nämlich der Prognosekraft. Natürlich lassen sich auf diese Weise auch schneller Divergenzen erkennen, Formationen im Momentum und Trendlinien.

Divergenzen

Beide Momenti, sowohl der durch Division als auch der durch Subtraktion gefundene Indikator, zeigen sehr schöne Divergenzen zum Preis. Darüberhinaus sind auch die Divergenzen bedeutsam zu anderen Momenti mit anderen Zeiträumen. Üblicherweise bewegen sich nämlich die ROCs verschiedener Zeiträume in die gleiche Richtung. Bei deutlichen Divergenzen kommt es immer zu Wenden. Tritt eine Divergenz auf, sollte man weitere Bestätigungen suchen, um festzustellen, ob sie wichtig ist. Man sollte die Momenti anderer Zeitrahmen prüfen, ob hier gleichzeitig eine Wende oder ein Trendliniendurchbruch stattfindet in die gleiche Richtung. Je wichtiger die folgende Kursbewegung sein wird, desto krasser sind in der Regel die Divergenzen. Normalerweise findet man vor wichtigen Kursbewegungen auch immer zusätzliche Bestätigungen bei Momenti anderer Zeitrahmen.

Divergenzen und Markteintritte

An sich ist eine Divergenz kein Kaufsignal und auch kein Verkaufssignal, da sie sich wiederholen kann, es können auch mehrfache Divergenzen auftreten. Jedoch sind die Divergenzen beim Momentum immer bedeutsam. Daher ist zu überlegen, inwieweit man es dennoch als Signal benutzen kann. Ein übliches Verfahren besteht darin, bei einer bullishen Divergenz in den Markt zu gehen, wenn das Momentum über den höchsten Punkt steigt, der während der Bildung der Divergenz im Momentum aufgetreten ist. Umgekehrt wäre es ein Verkaufssignal, wenn das Momentum unter seinen tiefsten Punkt fällt, den es während der Entstehung der Divergenz gebildet hat.

Beide Signale sind so etwas ungenau und führen häufig dazu, ausgestoppt zu werden, denn Momentum und Kurs sind nur im großen Rahmen miteinander korreliert. Bestätigende Indikatoren können zwar die Trefferquote erhöhen, aber das Timing ebenfalls nicht unbedingt verbessern. Daher empfiehlt es sich, in dem Augenblick, wenn nach dem Momentum-Signal die ersten Anzeichen eines neuen Trends im Markt auftreten, etwa mit großen Bars auf hohem Volumen, einfach mit dem Trend zu gehen, eventuell in einem niedrigeren Zeitrahmen oder konkrete Trading-Muster zu verwenden. Man kann sehr gut mit zwei verschiedenen Zeitrahmen arbeiten, wenn das Momentum-Signal im größeren Zeitrahmen auftritt, beginnt man in diese Richtung zu traden im kleineren Zeitrahmen.

Momentum und Trend

Das Momentum ist insofern auch ein Trendindikator, als beim Entstehen eines starken Trends, die Kurse in die entsprechende Extremzone weit hineingehen und dort auch längere Zeit verbleiben. Dies bezieht sich allerdings nur auf den Anfang des Trends, in den späteren Phasen ist das Erreichen der Extremzone dann eher schon ein Wendesignal. Ist der Indikator dann nicht mehr in der Lage, hohe oder höhere Werte längere Zeit durchzuhalten, deutet sich die Erschöpfung des Trends an. Bei größeren Trendwenden treten meist auch größere Divergenzen auf. Ein wichtiges Signal für das Ende des Trends ist auch die umgekehrte Divergenz, wenn also das Momentum noch sehr stark in eine Richtung geht, während die Preisbewegungen nur noch eine schwache ist, dies deutet auf eine extreme Erschöpfung des Trends hin.

Crossover-Signale des Momentums

Bei einigen Märkten bzw. Aktien können die Crossover-Signale des Momentums über seinen Gleitenden Durchschnitt gute Timing-Signale geben, bei anderen weniger. In jedem Fall sollte man ein geglättetes Momentum benutzen, z.B. das Ultra-Smooth-Momentum und den verwendeten GD an den Markt anpassen, besonders an die Zyklik des Marktes.

KST

Von Pring stammt die Idee, vier gewichtete ROCs zu einem Indikator zu verschmelzen. Sinnvollerweise setzt man die Längen auf die Hälfte von vier Zyklen, die im Markt vorhanden sind. Die Idee des KST besteht darin, daß Seitwärtsbewegungen, ebenso wie größere Top-oder Bodenbildungen, immer durch Konflikte durch ROCs verschiedener Zeitrahmen entstehen. Der KST gibt gute Signale und zeigt vor allem die Phasen von Akkumulation und Distribution auf.

Fehlsignale gibt er eigentlich nur dann, wenn der Markt sich in einem sehr langen und extrem steilen Trend befindet, was recht selten vorkommt. Man kann die Idee natürlich noch weiter führen, indem man zwei oder drei KSTs benutzt in verschiedenen Zeitrahmen, man analysiert dann acht oder zwölf ROCs. sinkt z.B. der längste KST, während der mittlere vom mittleren Niveau aus steigt, der kürzere vom niedrigen Niveau steigt, so könnte man dies als Rallye in der Baisse kennzeichnen. Auf diese Weise erhält man gleichzeitig Signale für den Zustand des Marktes.

Ultimate Oscillator

Er hat im Prinzip zunächst die gleiche Idee wie der KST, er versucht, drei Zeiträume in einem Oszillator zu verbinden, wobei Larry Williams, der Erfinder, vorschlägt, diese drei Zeiträume aus wichtigen Zyklen des jeweiligen Marktes zu nehmen. Dann wird dieser Oszillator allerdings nicht auf den Preis angewandt, sondern auf den Kauf -bzw. Verkaufsdruck. Wobei Williams diese wie folgt definiert:

  • Kaufdruck = Tief – Schlußkurs
  • Verkaufsdruck = Hoch – Schlußkurs

Fand von gestern zu heute eine Lücke statt, so muß diese auch berücksichtigt werden. Wäre also z.B. der Schlußkurs von gestern 60, der von heute 63 und das Tief läge bei 61, so wäre der Verkaufsdruck 63-60, usw. Wichtig sind die Divergenzen, die Extremzonen kann man häufig sinnvoll zu Gewinnmitnahmen nutzen.