Money-Management beim Trading

Money-Management beim Trading

Das Setzen von Stops ist nötig, damit man keine zu großen Verluste erleidet und sich mit Hoffnung auf eine Wende darüber hinweg tröstet. Andererseits ist es der Hauptgrund für Verluste an Future-Märkten, da die Stop regelmäßig gejagt werden. Arbeitet man mit einem System, das eine stabile Trefferquote hat, dann steigt die Trefferwahrscheinlichkeit an, wenn mehrere Fehlschläge hintereinander auftraten. Man kann es sich dann z.B. zur Regel machen nach drei Fehlschlägen hintereinander zu pyramidisieren. Dies ist zwar riskant, geht aber meist gut. Vorsichtiger ist es natürlich, die drei Fehlschläge erst auf dem Papier abzuwarten und dann mit dem Trading zu beginnen. Man hat dann zwar viel weniger Handelsmöglichkeiten, aber dies kann man dadurch ausgleich, daß man mit einer Reihe von verschiedenen Systemen arbeitet. Eine Untersuchung von Fernando Diz über einen Zeitraum von 25 Jahren, in der verschiedene Trader verglichen werden, zeigte ein überraschendes Ergebnis: zu 88% hängt die Frage, ob man überlebt oder ausscheidet, vom Geld-Management ab.

Der eigentliche Grund für das Scheitern im Markt hängt also weniger vom verwendeten Trading-System ab, sondern er hat mit dem mangelhaften Geld-Management zu tun.

Verbesserung des Handelsergebnisses

Im wesentlichen gibt es zwei Möglichkeiten, sein Traden zu verbessern:

  • Die eine ist eine stärkere Disziplinierung des Money Managements.
  • Der zweite Weg ist das Agieren gegen die eigene menschliche Natur.

Damit ist gemeint, daß 99,9% aller Trader erfolgreiche Verfahren suchen und dabei vergessen, daß alle Verfahren Verluststrecken durchmachen. Wendet man also ein Verfahren an, daß zuletzt drei- oder fünfmal Gewinn gebracht hat, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit in eine Verluststrecke von zwei bis drei Trades hineinzukommen. Hat man also ein bewährtes Verfahren, so ist es sinnvoller, es nur nach einer Verluststrecke von zwei oder drei Trades anzuwenden, die Verluste werden natürlich nur auf dem Papier erzielt. Es gibt einen in der Branche sehr berühmten Investment- Manager, der überragende Ergebnisse erzielt, dennoch verlieren seine Kunden ständig Geld und seine Kunden sind überwiegend Banken und Versicherungen. Dies hängt zusammen mit den großen Swings in seiner Vierteljahresperformance: wenn er in einem Jahr sehr viel Geld verdient, springen sehr viele Institutionelle auf und nach ein bis spätestens drei schlechten Vierteljahren ziehen sie ihr Geld wieder mit Verlust ab, gerade dann, wenn sein System wieder anfängt, Geld zu verdienen.

Stops und Psychologie

Die Frage nach der Höhe der Stops hängt viel von der persönlichen Mentalität ab, aber auch vom Tradingsystem. Es gibt Systeme und Mentalitäten, die einerseits weite Stops erfordern, andererseits sie auch ermöglichen. Daneben gibt es auch Trader, die mit weiten Stops nicht leben könnten. Diese müssen dann versuchen, Trading-Systeme zu entwickeln, wo man sinnvolle enge setzen kann. Den Schwerpunkt müssen sie dann auf das Traden mit Gann-Angles, den Fibonacci-Niveaus, den Murrey- oder Planetenlinien legen, sowie allgemein eben immer an wichtigen Widerstands-und Unterstützungslinien handeln.

Gewinnmitnahmen und Kontohöhe

Es ist nötig, regelmäßig Geld vom Traden abzuziehen und in andere Bereichen zu investieren. Dies nicht nur aus psychologischen Gründen, weil eben in anderen Bereichen sicherere Einkommen zu erzielen sind, was dem Trader ein besseres nervliches Rüstzeug verschafft, sondern vor allem aus praktischen Erwägungen: Es ist relativ einfach aus 10000$ 100000$ und aus 100000$ eine Million Dollar zu machen durch Daytraden. Dann häufen sich aber immer mehr die Schwierigkeiten. Das Ein-und Austreten in und aus den Märkten wird immer schwieriger. Nur bei wenigen Märkten, z.B. Bonds und Aktien, kann man es sich leisten, erfolgreich mit mehreren Millionen zu agieren.

Robustheits-Faktor

Wenn man den Gewinnprozentsatz eines Systems, das erfolgreich ist, mit dem durchschnittlichen Gewinn/Verlustverhältnis multipliziert, erhält man den Robustheitsfaktor, der etwas über die Überlebensfähigkeit aussagt. Dieser muß mindestens 1,0 sein, um zu überleben. Ein Trader, der 70% Gewinne hätte, aber ein durchschnittliches Gewinn/Verlust-Verhältnis von 0,68 hätte einen Robustheitsfaktor von 0,48 (Münzen-Werfen hätte 0,5). Dieser Trader wird zwangsläufig sein ganzes Kapital verlieren, da er auf die Dauer eine Trefferquote von 70% am Options-und am Futuremarkt nicht durchhalten kann.

Stop-Setzung nach dem größten Draw-Down

Dies ist ein sehr logisches Verfahren und dem meisten anderen vorzuziehen. Mit Draw Down meint man die größte Gegenbewegung der Gewinn-Trades. Natürlich benötigt man eine Reihe von Trades, die auch auf dem Papier ausgeführt werden können, statistisch gesehen 30, mindestens aber 15. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten, den Stop festzusetzen:

  1. Man setzt ihn unterhalb des größten Draw-Downs der letzten 15 Gewinntrades, was den Nachteil hat, daß der Stop dann sehr groß wird.
  2. Sinnvoller ist es, nur 80% des größten Draw-Downs zu nehmen oder einen anderen Prozentsatz, der uns in den meisten Fällen dann im Geschäft gehalten hätte, meist bewährt sich diese Form besser. Der Stop Loss wird wesentlich kleiner, dennoch werden die meisten Verlust-Trades aussortiert.

Pyramidisieren

Eine einfache Möglichkeit ist die, dass man pyramidisiert, immer wenn die aktuellen Ergebnisse des Systems nicht in Einklang sind mit den Erwartungen. Bei einem System mit einer Trefferquote von 60% z.B. könnte man einen Future dabeinehmen, wenn sechs der letzten zehn Trades Verluste waren. Unabhängig davon, wie der nächste Trade ausgeht, tradet man dann zwei Einheiten weiter, also die erhöhte Zahl, so lange, bis innerhalb der letzten zehn Trades sechs Gewinntrades wären. Dies ist eine konservative Methode des Pyramidisierens. Eine spekulativere Methode wäre, nach jedem Verlusttrade um eine Einheit zu erhöhen und nach jedem Gewinntrade um eine zu vermindern. Diese Methode ist geeignet für Systeme, die keine Überlegenheit über den Markt besitzen, also Treffer von unter 50% aufweisen. Eine sehr gute Technik für das Daytraden besteht darin, die Entscheidung abhängig zu machen von anderen Indikatoren. Tradet man z.B. mit fünf Futures und kommt in eine Situation, wo sämtliche Indiktoren, die man benutzt, extrem bullish sind oder bearish, verdoppelt man die Anzahl. Dies ist aber eine Ausnahme.

Grundsätzlich sollte man sich an die Regel halten von Paul Tudor Jones: „Je grösser die Position, desto grösser die Probleme“. Ein noch spekulativeres Verfahren besteht darin, die Anzahl der Futures um jeweils einen zu erhöhen, egal, ob man gewinnt oder verliert, in den Augenblick, wo das System wesentlich unter seinen normalen Ergebnissen bleibt, also ein 60%tiges System z.B. in den letzten 15 Trades nur 30% oder 40% Gewinner gemacht hat. Das System hört sich riskant an, hat sich aber in der Praxis bewährt. Im übrigen sollte man je weniger Prozent Treffer ein System besitzt, umso mehr das Verfahren anwenden, erst Papierzutraden und auf 2 oder 3 Verlusttrades zu warten, um dann erst wirklich zu traden. Arbeitet man mit einem System, das eine stabile Trefferquote hat, dann steigt die Trefferwahrscheinlichkeit an, wenn mehrere Fehlschläge hintereinander auftraten. Man kann es sich dann z.B. zur Regel machen nach drei Fehlschlägen hintereinander zu pyramidisieren. Dies ist zwar riskant, geht aber meist gut. Vorsichtiger ist es natürlich, die drei Fehlschläge erst auf dem Papier abzuwarten und dann mit dem Trading zu beginnen. Man hat dann zwar viel weniger Handelsmöglichkeiten, aber dies kann man dadurch ausgleich, daß man mit einer Reihe von verschiedenen Systemen arbeitet.

Die Berücksichtigung des Draw Downs

Man nimmt den schlimmsten Draw Down eines Systems und multipliziert ihn mit 150% (unter Draw-Down versteht man den schlimmsten Negativ-Saldo akkumuliert). Hat man jetzt ein System, das in mehr als 50% der Fälle gewinnt, wird man zwangsläufig gewinnen, wenn man erst pyramidisiert, wenn man sein Konto verdoppelt hat, wenn man noch zusätzlich die Margin berechnet. Natürlich, das System muß seine Treffsicherheit behalten, was natürlich das entscheidende Problem ist.

Unbekannte Möglichkeiten des Papier-Tradens

Man kann das Papier-Traden mit dem Geldmanagement verbinden. Man wartet z.B. zwei oder drei Verlustrades hintereinander ab, um dann erst real mit Geld zu traden. Voraussetzung ist natürlich, daß man auch die Papiertrades mit den gleichen Verfahren durchführt, wie die realen. Man kann dennoch häufig traden, auch real, wenn man verschiedene Systeme bzw. verschiedene Verfahren besitzt und so, auf dem Papier zumindest, jeden Tag zwei bis drei Trades machen würde. Nach einer gewissen Anlaufzeit wird man dann praktisch jeden Tag immer eine Trade-Gelegenheit finden in einem Verfahren bzw. eigenen System, das zuletzt zwei oder drei Fehlschläge ergab.

Gewinnmitnahmen

Grundsätzlich sollte man die Gewinnmitnahmen abhängig machen von der gesamten technischen Situation, also von den Indikatoren, die man benutzt, wobei man durchaus verschiedene für Ein-und Ausstieg benutzen kann. Daneben hat sich die Regel bewährt, nach einer Verdopplung des Kapitals immer Gewinne mitzunehmen. Sprechen überzeugende Dinge dafür, daß die Bewegung noch weitergeht, sollte man zumindest die Hälfte der Position schließen, also seinen Einsatz in Sicherheit bringen. Die Regel funktioniert deshalb so gut, weil sie einfach weitverbreitet ist unter Profis, die anderen es eben auch so halten, was dann meist zu einer zumindest kurzzeitigen Wende führt.

Kleine Einsätze

Es gibt das Sprichwort, dass reiche Leute nicht wetten. In dem Augenblick, wo man eine Überlegenheit über den Markt hat, was das System angeht, muß man versuchen, so oft wie möglich zu traden, um bei jedem einzelnen Trade versuchen, den Einsatz möglichst klein zu halten, um nicht durch eine Kette von Verlusttrades herausgeworfen zu werden. Nach diesem System bauen die Casinos ihre Paläste. Das häufige Traden setzt aber eine gewisse psychische Mentalität voraus: Während die meisten Leute, wenn sie im Verlust sind, hoffen, dass sie wieder in die Gewinnzone kommen, fürchten sie sich vor einer Folge von positiven Ereignissen. Larry Williams sagte in seiner Hotline einmal 18 Gewinntrades beim S&P in Folge voraus. Nach dem dritten Gewinntrade tätigten schon mehr als Hälfte der Subskribenten nicht mehr, da sie annahmen, jetzt würde die Kette abreißen. Nach dem sechsten Gewinntrade war kein einziger der Kunden mehr bereit, den Trade zu machen. Man muß eben seine positiven Folgen von Geschäften pressen, und nicht, wie die Mehrzahl, die Verluste. Kleine Einsätze sind auch aus psychologischen Gründen nötig. Der häufigste Fehler besteht beim Traden darin, dass man entweder zu früh oder zu spät in den Markt gehen, beides Mal aus Angst entweder einen Move zu verpassen oder nicht mehr in den Markt zu kommen. Man braucht also eine ständige Aufmerksamkeit nach dem jetzigen Signal zu traden und nicht nach dem vorletzten. Dieses automatische Handeln wird durch kleine Einsätze wesentlich erleichtert.