Oops-Handelssystem

Es handelt sich um das grundlegende System zum Traden von Lücken, man tradet also auf das Schließen der Lücken. Der Name Oops stammt von Larry Williams, aber das Handeln auf das Schließen der Lücken ist allgemein bekannt, nutzt das Verhalten der vielen Break-Trader aus.

Vermutlich wird dieses Traden immer funktionieren, jedenfalls, solange die Break-Trader die Situation an den Märkten dominieren. Am besten funktioniert dieses System im Bärenmarkt, die Lücken nach unten werden dann durch sehr heftige Panik-Rückkäufe der Bären geschlossen, wenn eine Rallye einsetzt. Larry Williams ging erst in den Markt, wenn die Lücke geschlossen ist und die Range des Vortages erreicht wird. Dies ist das eigentliche Kennzeichen des Oops-Systems, das man aber variieren kann, da es nur eine bestimmte Variante des Fading darstellt. Darunter versteht man das Traden gegen den Trend, also gegen die Masse der kleinen Trend-Trader und Break-Trader. Dies kommt in vielen Varianten vor und auch das Lücken-Traden kann man beliebig variieren.

Obwohl dies von Larry Williams nicht so gedacht ist, (da er versucht, ohne Indikatoren zu traden)ist es häufiger wesentlich günstiger, vor dem Schließen der Lücke in den Markt zu gehen. Man spekuliert also auf das Schließen der Lücke, das sehr häufig auftritt und entwickelt sich daraus das Oops-Muster, steigen die Gewinne noch erheblich. Hierzu muß man natürlich Indikatoren verwenden, um zu entscheiden, ob das Schließen der Lücke wahrscheinlich ist.

Ein zentrales Problem ist die Größe der Lücke. Grundsätzlich zeigt die Empirie, daß die Geschäfte bei größeren Lücken besser funktionieren. Andererseits bieten sehr große Lücken Möglichkeiten, daß der Trend dennoch weitergeht, sie erhöhen die Gefahr. Es ist die Kunst des Traders, mit Hilfe der Indikatoren, aber auch der Gesamtlage und der Stimmung an den Börsen, hier die richtige Entscheidung zu treffen.

Man kann das System noch verfeinern, indem man jeweils aktuell verschiedene Variabeln testet, z.B.:
Größe der Eröffnungslücke
Zahl der Ticks, mit denen das vorhergehende Hoch oder Tief überschritten wurde(Lost Motion)
Größe der Stops
Preisziele, usw.
Bernstein empfiehlt in den Markt zu gehen noch in der Lücke und zwar dann, wenn das Tief oder Hoch, also der jeweilige Bar erreicht wird, der der größte bzw. kleinste der letzten Tage war. Die Zahl der letzten Tage muß optimiert werden und hängt von der Marktvolatilität ab. Durch diesen Trick kann man das ursprüngliche Oops-System von Williams wesentlich verbessern, die prozentuale Trefferquote erhöht sich beträchtlich.

Bei einigen Märkten funktioniert das System nicht als reines Daytrading-System, z.B. bei den Bonds. Die Trefferquote ist hier zu niedrig. In diesem Fall läßt sich das Geschäft aber durchführen, wenn man es bis zur ersten Eröffnung hält, wo man einen Profit macht. In einer alten empirischen Studie aus den 1990ern erhöhte sich dadurch die Trefferquote von 50% auf 85% und der durchschnittliche Gewinn stieg ebenfalls an.