Qualifizierte Breakout Handelssysteme

Forex Breakout Trading System

Die qualifizierten Break-Systeme sind ein Versuch, die Probleme des Stop-Jagens und der damit verbundenen falschen Ausbrüche zu umgehen. Man tradet nicht direkt das Break, sondern addiert zum Breakpunkt einen bestimmten Betrag und steigt erst dann in den Markt ein, wenn dieser überschritten wird. Bei diesem Betrag kann es sich um einen absoluten Betrag handeln, der oft empirisch optimiert wird (vgl. auch das Konzept der Lost Motion von Gann) oder um einen prozentualen Zuschlag. Angeregt wurden die qualifizierten Breakout-Systeme vor allem durch die empirischen Untersuchungen von Toby Crable Ende der 1980er.

Beim Daytrading führen Bewegungen häufig nicht sehr weit. Ist der Zuschlag mit dem man arbeitet, zu groß, sind die Gewinnmöglichkeiten einfach zu gering. Das Gewinn/Verlustverhältnis wird also schlecht. Daher kann man solche Systeme nur dann anwenden, wenn man sicher sein kann, daß die nächsten Widerstands- und Unterstützungslinien erreicht werden und diese noch ziemlich weit entfernt sind vom endgültigen Einstiegspunkt. Je mehr Trader diese Verfahren anwenden, desto mehr werden sich die geeigneten Einstiegspunkte verschieben. Man benötigt also eine ständige Anpassung an die Marktverhältnisse, wie bei allen anderen Systemen auch funktionieren die qualifizierten Breaksysteme eben nur solange, wie sie von einer kleinen Mnderheit benutzt werden.

Sie sind aber in den 1990ern ziemlich populär geworden und bieten darum heute nicht mehr so große Chancen. Im folgenden bringen wir einige Systeme, die zu der Gruppe der qualifizierten Breakout-Systeme gehören. Sie bieten eine Reihe von Anregungen, wir empfehlen jedoch stattdessen, es bei dem Konzept der Lost Motion zu belassen und ansonsten eben mit den üblichen Widerstands- und Unterstützungszonen zu arbeiten, sowie mit Gann-Angles, den Fibonacci-Niveaus, den Murrey- oder Planetenlinien. Eine andere Art dequalifizierten Breaksysteme kombiniert die Breaks mit zusätzlichen Indikator-Signalen. Ein Beispiel ist der Alligator.

Beispiel für die Entwicklung eines Handelssystems

Wir kombinieren einfach eines der folgenden Breaksysteme mit Indikatoren, die davon unabhängig sind, z.B. mit der Saisonalität. Wir wenden z.B. nur an guten Kauftagen, z.B. Ende und Anfang des Monats die Breaks an und berücksichtigen die Natur der einzelnen Wochentage, usw. Da beide Verfahren statistisch unabhängig sind, addieren sich hier die Wahrscheinlichkeiten. Es gibt noch eine Reihe von anderen unabhängigen Wahrscheinlichkeiten, die man aus der Astrologie, aus Fibonacci, Gann und Murrey entnehmen kann. Zusätzlich kann man das mit Mustern verbinden, sowie mit den modernen Indikatoren. Sowohl Muster als auch die modernen Indikatoren sind zwar teilweise von den Kursen abhängig, bieten also keine vollständige Addition der Wahrscheinlichkeiten, jedoch sind die Auswertungsverfahren teilweise völlig anders, so daß eine gewisse Unabhängigkeit besteht. Auf diese Weise kann praktisch unendlich viele qualifizierte und einfache Breaksysteme konstruieren, natürlich gilt das gleiche für andere Systeme. Diese kann man an das jeweilige Marktverhalten anpassen, was jeweils das Entscheidende ist, denn jedes System hat Phasen, wo es Erfolg und wo es keinen Erfolg hat. Ebenso kann man es an das eigene Trading-Verhalten anpassen und an die eigenen finanziellen Möglichkeiten, z.B. was die Stops angeht.

Ein Handelssystem mit einem guten CRV

Wir benötigen einen Tag mit dem tiefsten Tief der letzten drei Tage, der gleichzeitig ein Hoch hat, das größer ist als der Schluß von gestern. Am nächsten Tag kauft man den Ausbruch nach oben über das Tageshoch und addiert dazu 30% der höchsten Tages-Spanne der letzten drei Tage. Dies ist unser Einstiegspunkt. Goodwin empfiehlt, dieses System nicht am Dienstag zu verwenden aufgrund der starken Tendenz des Dienstags gegen den Trend zu gehen. Eine ältere Testung aus den 1990ern ergab hier ein Gewinn/Verlustverhältnis von etwa 4: 1.

Das Donnerstags-Breakout-System

Dieses System versucht die Tatsache auszunutzen, dass Abwärtsbewegungen normalerweise in den ersten drei Tagen der Woche beendet werden. Wenn der Markt also überverkauft ist vor Donnerstag, dann haben wir unseren Setup, das wird definiert dadurch, dass das Hoch kleiner ist als das Tief vor zwei Tagen, etwa minus einem Punkt oder in der Grössenordnung und die Range kontrahiert zu weniger als drei Viertel des Vortages. Wir kaufen dann morgen bei der Eröffnung +45% der heutigen Range.

Breaks mit großen Bars

Dies ist eines der interessantesten qualifizierten Break-Systeme, da die Qualifizierung hier in erster Linie durch den großen Bar geschieht und nicht durch einen Zuschlag zum Breakpunkt, obwohl dieser auch benutzt wird. Ein Break, das auf einem großen Bar geschieht, spricht nämlich in der Regel dafür, daß das Break korrekt ist, der Trend sich also fortsetzen wird. Man benutzt nur solche Breaks mit solchen Bars, die gleichzeitig ein neues Hoch oder Tief machen über einen bestimmten Zeitraum. Cooper empfahl bei Aktien zwei Monate. Man kann das System aber analog in anderen Zeitrahmen anwenden und muß dann andere Zeiträume verwenden. Der Bar, der das Break macht, sollte mindestens so groß sein, wie der Bar der letzten neun Trading-Tage, besser größer. Am nächsten Tag kauft man bei Aktien über dem Hoch oder unter dem Tief des Break-Tages, wenn dieser Kurs um 20 Cent herausgenommen wird. Bei Aktienmärkten, wie dem Nasdaq, usw, ,sollte man die jeweilige Lost Motion berücksichtigen, bzw. in engeren Zeitrahmen eigene Erfahrungswerte hierfür sammeln. Das System gehört zu den wenigen, die auch gut funktionieren oder sogar noch besser beim leerverkaufen, also beim shorten.

Ruhepausen im starken Trend

Es handelt sich um einen Versuch, die 3-Tage-Regel von Gann zu operationalisieren. Aktien in einem starken Trend pausieren von Zeit zu Zeit und legen Ruhephasen ein, auf die folgen dann explosive Moves. Alle Trader haben verschiedene Verfahren mit denen sie dies auszunutzen versuchen. Ein Versuch hierzu ist der Boomer – Ansatz. Er kommt relativ selten vor, ist dann aber immer sehr ertragreich. Für Käufe benutzt man wieder den ADX und +DI und -DI analog zum Shorten. Das Hoch von Tag 2 muss gleich oder weniger sein als das Hoch von Tag 1 und ebenso das Tief muss gleich oder höher sein, also eine Art Inside – Tag und der Tag 3 muss ebenso sich zum Tag 2 verhalten. Im Aufwärtstrend kaufen wir oberhalb des Hochs von Tag 3, also am vierten Tag, im Abwärtstrend unterhalb des Tiefs von Tag 3. Wir benutzen jeweils die Lost Motion oder als Faustregel etwa 2/8 eines Dollars bei Aktien, um die die Hochs und Tiefs herausgenommen werden müssen.

Falsches Breakout-System

Dies ist ein Versuch, falsche Breakouts auszunutzen. Typischerweise gehen falsche Breakouts nicht sehr weit und wenden dann unmittelbar. Anschliessend folgt eine Gegenbewegung von 1-2 Tagen, wonach ein neues Hoch oder Tief gemacht wird, dass sich dann später als der Beginn eines korrekten Breaks herausstellt. Die Ursache liegt darin, dass der falsche Breakout die schwachen Hände aus dem Markt geworfen hat.

  • Am Tag 1 muß für Käufe ein neues 2-Monats-Hoch gemacht werden(für Verkäufe dementsprechend ein 2-Monats-Tief).
  • Am Tag 2 muß dann der Markt das Tief von Tag 1 herausnehmen.
  • Ab dann kaufen wir sowohl schon am Tag 2 als auch am Tag 3, wenn der Kurs oberhalb des Hochs von Tag 1 kommt. Er muß ihn zumindest um die übliche Lost Motion übertreffen.

Ein Kanal-Breaksystem für den Aktienmarkt

Unter Kanal-Break versteht man, daß man den Markt kauft, wenn das höchste Hoch der letzten n-Tage herausgenommen wird bzw. ,daß man ihn leerverkauft, wenn das tiefste Tief der letzten n-Tage herausgenommen wird. Diese beiden Größen bilden dann einen Kanal, wenn man parallele Linien an sie anlegt. Die Anzahl der Tage N wird empirisch optimiert mit dem Computer. Man kann auch dies auf Intraday-Basis machen, dann optimiert man eben die Zahl der Bars. Wie die meisten Break-Systeme funktionieren Kanal-Breaksysteme am Aktienmarkt sehr schlecht, der Gewinn, der mit ihnen zu erzielen ist, ist relativ gering und steht in keinem Verhältnis zu dem großen Draw-Down, also den möglichen Kapitalverlusten, die sich in der Zwischenzeit ergeben können. bevor wieder Gewinne anfallen.

Dagegen funktioniert das folgende System von Larry Williams ganz gut, das die Kanal-Breaks der Bonds nimmt und mit ihnen dann nicht Rentenmarkt, sondern den Aktienmarkt, also den S&P, tradet. Man kann das System noch wesentlich verbessern, wenn man es nicht schematisch anwendet, sondern nur in jenen Phasen, wo sich die Aktienhändler an den Bonds orientieren. Dies ist leicht festzustellen, das System neigt zu vielen Verlust-Trades hintereinander gefolgt von vielen Gewinn-Trades hintereinander. Man kauft immer den S&P am Schluß, es handelt sich also um kein Daytrading-System, sobald die Bonds höher schließen als das höchste Hoch der letzten 14 Tage mit einem relativ engen Stop. Man shortet den S&P, sobald die Bonds das tiefste Tief der letzten 17 Tage überschreiten.

Acht Tage-Hoch/Tief-Umkehr

So sicher es ist, daß Märkte verschiedene Zyklen in allen Zeiträumen haben, so schwer kann man diese ausnutzen. Das hier besprochene Verfahren versucht den Mondzyklus von 3-4 Wochen zu erfassen, wobei wichtig ist, daß hierbei nicht versucht wird, den Zyklus vorwegzunehmen, sondern man erst tradet, wenn er im Kurs erscheint. Für Käufe gelten folgende Regeln:

  • Tag 1 muß ein 8-Tages-Tief sein.
  • Tag 2 muß über dem Hoch von Tag 1 traden, dann muß einer der folgenden vier Tage (Tage 3 bis 6) unter dem 2-Tages-Tief traden.
  • Wenn das der Fall ist, kaufen wir oberhalb des Hochs von Tag 2 innerhalb von vier Tagen, nachdem das Signal an den Tagen 3 bis 6 vollständig wurde.

Das Ganze ist ein Set-Up mit niedrigem Risiko wegen den engen Stops.