W.D.Gann – Ein legendärer Trader

W.D.Gann ist die wahrscheinlich bekannteste Börsen-Legende des 20.Jahrhunderts.Populär wurde er,als er 1912 für das „Ticker-Magazine“ ein offenes Traden vornahm,wo unter Aufsicht und nur unter Benutzung eines Bleistiftes und eines Börsentickers 242 Käufe und Verkäufe von Aktien vornahm,von denen 228 mit Gewinn endeten.Das eingesetzte Kapital wurde innerhalb dieser Woche verzehnfacht.
In den späteren Jahren wurde er durch seine bis heute unerreichten Aktien-und Rohstoffprognosen bekannt.So sagte er z.B. nicht nur den Crash von 1929 voraus(als einziger),sondern auch die darauf folgende kurze Erholung und den endgültigen Zusammenbruch des Aktienmarkts im April 1930.Er sagte ebenso,schon 1928,die folgende Weltwirtschaftskrise voraus und auch deren Ende 1933.Noch verblüffender waren seine Einzelvoraussagen,einzelne Aktien und Rohstoffe betreffend.So sagte er z.B. bei der Aktie Pete Mex(mexikanisches Petroleum) sämtliche Wendepunkte auf einen Tag exakt voraus während der ganzen Existenz dieser Firma,bis sie übernommen wurde.Diese Aktie war damals ein so bekanntes Zocker-Papier,wie etwa heute Telefonos de Mexico.
Entsprechend teuer waren seine Börsenprognosen.Sein Aktienbrief kostete damals 1500$ im Jahr zu einer Zeit als man für 500$ eine nagelneuen Ford erhielt und für 2500$ ein Einfamilienhaus.Gann starb 1954 und da er seine Verfahren geheimhielt,hat sich seitdem eine Art „Gann-Industrie“ entwickelt,die versucht,gegen teures Geld angebliche geheime Gann-Verfahren zu veröffentlichen.
Tatsächlich sind noch nicht alle seine Verfahren bekannt.Diese Seite ist daher noch stärker unvollkommen als andere,wir werden alle neueren Erkenntnisse hier veröffentlichen.
Der Ursprung der Gann-Techniken
Allgemein haben die Gann-Techniken drei Wurzeln.
Gann war in erster Linie zuerst einmal Techniker,der sehr genau das Kursverhalten und das Verhalten der Masse analysierte.Seine Werke enthalten eine Vielzahl genauer Beobachtungen des Kursverhaltens,die überwiegend auch heute noch für moderne Märkte gültig sind.Besonders arbeitete er mit seinen Widerstands-und Unterstützungszonen,also den Gann-Angles und den Gann-Linien und beobachtete das Verhalten der Kurse an diesen Linien,um zu entscheiden,ob die Bewegung weitergeht oder zurückfallen wird.Seine vielen Ratschläge werden auf diesen Seiten nach und nach in aufgearbeiteter Form weitergegeben werden,was aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.
Außer den technischen Hilfsmitteln,wie Formationen,Muster,usw.,verwendete Gann geometrische Analysen,z.B. die oben erwähnten Gann-Angles und Gann-Linien.Über den Ursprung dieser Verfahren ist häufig spekuliert worden,eine klare Antwort gibt es hierauf noch nicht.Einiges spricht aber dafür,daß, was die Gann-Linien angeht,der amerikanische Mathematiker Murrey die Lösung gefunden hat,vgl. HIER.Was den Ursprung der Gann-Angles angeht,so darf man wohl die folgende Vermutung äußern,die HIER dargelegt wird.
Schließlich verwendete Gann eine Vielzahl von mathematisch-numerologischen Techniken.Diese werden von der heutigen Zeit häufig mißverstanden,in dem Sinne,daß er einfach herumprobiert und zufällige Treffer dann verallgemeinert habe,dies ist jedoch nicht der Fall.Tatsächlich war Gann seiner Zeit hier weit voraus,in dem er den erst Jahrzehnte nach seinem Tod entdeckten fraktalen Zusammenhang zwischen den einzelnen Naturgebieten feststellte im Bereich der Börsenkurse.Die von ihm verwendete Mathematik entstammt z.B. der Harmonielehre,der Physik und der Biologie.Das Harmonie-Lehrbuch von Hans Kayser etwa zeigt die Gültigkeit einer Reihe von Techniken,die auch Gann benutzte,für diesen Bereich auf.Es ist nicht mehr im Handel,den Literaturhinweis für Bibliotheks – ausleihen finden Sie HIER.So merkwürdig also die vielen Quadrate und anderen mathematischen Hilfsmittel einem Trader erscheinen mögen,sie lassen sich naturwissenschaftlich begründen.Ein anderes Beispiel ist 9-5-Count.Es handelt sich dabei um eine moderne Weiterentwicklung einer älteren Gann-Idee.Mit Hilfe dieses modernen Indikators ist es möglich,Preiszyklen(also keine Zeitzyklen) festzustellen und der so gefundene Zyklus funktioniert in fast allen Naturbereichen,nicht nur Börsenkursen,auch bei Temperaturschwankungen,u.ä.
Diese allgemein bekannten Gann-Verfahren reichen allerdings nicht aus,um die Trading-Erfolge und Prognosen von W.D.Gann vollständig erklären zu können.Er muß also noch andere Verfahren benutzt haben. Eine Idee zielt in Richtung Astrologie.Es ist bekannt,daß Gann diese öfters verwendet hat.Dieser Bereich wird bei der allgemeinen Börsenastrologie behandelt,einige Hinweise auf spezielle Gann-Verfahren finden Sie HIER.
Gann verheimlichte seine Verfahren,indem er z.T. bewußt falsche Methoden veröffentlichte.Dies hängt vor allem auch damit zusammen,daß er sich scheute,in der Öffentlichkeit seine Methoden darzulegen,da er wußte, daß dies erheblich geschäftsschädigend sein würde.Er beschäftigte in seinem Büro mehrere Mathematiker und Astrologen.Die hier gezeigten Gann-Techniken funktionieren zwar noch heute,erklären aber nicht die Erfolge,die Gann als Trader und als Berater erzielte.
Die Bedeutung der Gann-Techniken für den heutigen Trader
Die meisten Gann-Techniken funktionieren heute ebenso,wie zu Zeiten Ganns oder lassen sich mit einigen Veränderungen an die heutigen Verhältnisse anpassen.Andererseits bieten sie einen gewaltigen Vorsprung vor anderen Tradern,da sie relativ selten benutzt werden und wenn,dann nur in Einzelelementen und nicht sehr professionell.Dies hat folgende Gründe.
Die Verfahren sind teilweise schwierig und kompliziert durchzuführen und zu interpretieren.
Viele Verfahren sind nicht über den Computer zu erledigen bzw. die angebotenen Lösungen der Computer sind fehlerhaft und die meisten Trader schrecken vor dieser Arbeit zurück.
Es gibt nur wenig Literatur hierzu,die die Techniken vernünftig erklärt,so daß sie weithin unbekannt sind.
Die Techniken sind für den heutigen Menschen schwer verständlich und eher unglaubwürdig.Viele Trader haben schon von Gann gehört,scheuen aber aus diesem Grund die Mühe,sich in die Verfahren einzuarbeiten.
Die Beispiele Ganns beziehen sich meist auf Tages-und Wochencharts,obwohl er selbst betonte,daß sie auch bei Minuten-Charts funktionieren.Auch die Sekundärlitertur verwendet meist die Gann-Beispiele. Besonders Daytrader scheuen die Arbeit,die nötig ist,um die Verfahren für Intraday-Charts anzupassen.
Daher sind die Gann-Techniken ungewöhnlich interessant,weil sie eben die Chance bieten,Verfahren anzuwenden,die die Konkurrenten nicht anwenden.Darüberhinaus erwirbt man sich bei der Arbeit mit ihnen eine Reihe von Spezialkenntnissen aufgrund von Lerneffekten und vergrößert so seinen Vorsprung vor den anderen immer mehr.

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Gann und Skalierung
Leider bieten die herkömmlichen Software-Programme noch keine Möglichkeiten der vollständigen Nutzung der Gann-Analysen,da das Zoomen,das sie bieten,nur sehr ungenau verläuft und aufgrund der benutzten veralteten Programmierplattformen keine wirklichke Proportionalität bietet.Daher sind gerade die komplexeren geometrischen Gann-Verfahren in ihrer praktischen Anwendung stark behindert.Dies führt dann zu den üblichen Kommentaren der Trader,daß diese Verfahren manchmal funktionieren und manchmal nicht.Das übliche Vergrößern,also das Zoomen,führt zu einer Veränderung der Preis/Zeit-Ratio und damit eben zu einer Verzerrung der Charts.
Am besten geeignet ist noch die Software Wave59,wenngleich sie nicht alle Möglichkeiten der Gann-Analyse ausschöpft.Wenn man die komplexeren Gann-Techniiken dennoch verwenden will,muß man versuchen,sie rechnerisch zu korrigieren,was sehr aufwändig ist.Man könnte dann versuchen,z.B. über die Einstellungsfunktionen von TradeStation eine gewisse Annäherung an die tatsächlichen Verhältnisse zu erreichen,was aber eben nur ungenau möglich ist.
Im übrigen stellt sich dieses Problem nicht nur bei Gann,sondern auch bei vielen Fibonacci-Techniken, weiterhin auch bei den P&F-Charts,besonders die hier wichtige 45°-Linie bleibt beim Zoomen meist konstant,während sich die Lage,also die Preis/Zeit-Ratio der einzelnen Kästchen ändert,so daß falsche Ergebnisse zustandekommen.

Lost Motion
Als Lost Motion bezeichnete Gann den maximalen bzw. durchschnittlichen Betrag,um den eine Widerstands-oder Unterstützungszone überschritten werden kann,ohne daß sie bricht.Man setzt dann den Stop jenseits dieser Zone,ungefähr so,daß man davon ausgehen kann,daß in 9 von 10 Fällen der Stop nur erreicht wird, wenn die Linie tatsächlich bricht.
Die Größe der Lost Motion ist zunächst einmal abhängig vom jeweiligen Markt und natürlich auch vom Preisniveau des Marktes.Sie wird z.B. geringer sein bei Sojabohnen,wenn diese 3$ kosten und größer,wenn Sojabohnen 7$ kosten.Da zur Zeit Gann das Preisniveau allgemein niedriger war,gelten im übrigen seine Zahlen,die er für die Lost Motion angegeben hat,heute nicht mehr.Man muß sie jeweils neu festlegen.
Sodann ist die Lost Motion abhängig vom Typ der Widerstandslinie.Gann arbeitete im wesentlichen mit vier Widerstands-und Unterstützungslinien.
Horizontale Linien gezogen von alten Hochs und Tiefs,wobei er glaubte,daß diese Linien grundsätzlich immer gültig bleiben.
Gann-Angles
Planetenlinien
Außerdem ist auch die Lost Motion auf die Gann-Retracements zu berücksichtigen.
Man muß für jeden dieser drei Typen von Widerstands-und Unterstützungszonen gesondert Lost Motions berechnen aus den jeweils durchschnittlichen Bewegungen der letzten Zeit.
Sowohl bei den Gann-Angles als auch bei den Planetenlinien muß man darüberhinaus gesondert die Lost Motion berechnen,z.B. hat der 1*1-Angle eine andere Lost Motion als der von 2*1,usw.
Der Physiker Landscheidt,der sich auch mit Börsenprognosen befasst hat,vermutet,daß die Lost Motion bei den einzelnen Märkten auf der Quadratzahlenreihe des Major basiert.Mit Major bezeichnet man den größeren Teil der Teilung nach dem Goldenen Schnitt(Fibonacci),also beim Verhältnis von 1 wäre dies der Wert 0,618.

Die Bestätigung als Grundelement der Gann-Techniken
Grundsätzlich wird natürlich jedes Signal umso wichtiger,je mehr es von verschiedenen unabhängigen Faktoren bestätigt wird,also auch durch verschiedene unabhängige Gann-Techniken,die sich gegenseitig unterstützen.Gann betonte darüber hinaus die Wichtigkeit der Überschneidungen von Signalen der gleichen Technik,die von verschiedenen Ausgangspunkten ausgeht.So werden sich immer dann Wendepunkte immer dann ergeben,wenn z.B. verschiedene Gann-Angles,die von verschiedenen Punkten aus gezogen werden,sich im gleichen Punkt kreuzen oder bestimmte Zeitzählungen,ausgehend von verschiedenen Punkte auf dasselbe Datum fallen,usw.

Der Zusammenhang zwischen Zeit und Preis
Ein zentraler Punkt bei Gann ist seine Entdeckung,daß ein Zusammenhang besteht zwischen Zeit und Preis, daher sind seine Verfahren auch skalierungsabhängig.Sein zentraler Satz war:“Ein Trendwechsel wird zwangsläufig,wenn Zeit und Preis sich treffen“.Nehmen wir als Beispiel,eine Aktie wäre an 30 Tagen um 30$ gestiegen.Dieses Treffen von Preis und Zeit kann sich aber vielfältig darstellen.Normalerweise treffen sich Zeit und Preis immer,wenn z.B. die Kurse sich auf einem 1*1-Angle befinden.Gann meinte aber auch,daß die Berührung der Kurse irgendeines anderen Angles ebenfalls eine Begegnung von Zeit und Preis ist,wenn auch nicht so stark,da die anderen Angles eben mathematische Ableitungen sind.Fast alle seine Verfahren basieren auf dieser Beziehung zwischen Zeit und Preis.Sie erscheint auf den ersten Blick unglaubwürdig,hat sich aber in der Praxis bewährt.Mittlerweile gibt es Versuche,sie wissenschaftlich zu erklären.Nehmen wir z.B. die
Torque(Drehmoment)-Analyse von Garrett,aber diese Ansätze greifen z.Z. noch zu kurz und reichen nicht aus,das Phänomen zu erklären.

Bestätigung von Gann-Signalen
Die Signale werden umso sicherer,je stärker sie bestätigt werden,z.B. durch verschiedene Gann-Verfahren oder durch zusätzliche Signale von Murrey oder Fibonacci oder anderen technischen Indikatoren,wie den modernen Indikatoren,usw.Auch arbeiten sie gut mit vielen astrologischen Signalen zusammen.Da die Gann-Verfahren unabhängig von den meisten anderen technischen Verfahren sind,lassen sich mit ihrer Hilfe so Handelssignale gewinnen,die eine extrem hohe Trefferquote besitzen.Scheitert ein solcher vielfach bestätigter Trade dennoch,so liegt meist eine von zwei Ursachen zugrunde.
Man hat es versäumt,die zeitlich übergeordnete Situation zu analysieren,ist z.B. einem Signal im Stundenchart gefolgt,ohne die Situation im Tages-Chart zu analysieren oder einem Signal im Tages-Chart ohne die Situation im Wochen-Chart zu betrachten,usw.
Seltener kommt es vor,daß ein externes Ereignis den Trade scheitern läßt,also unerwartete Nachrichten.

Kombination von Gann-Verfahren mit anderen Indikatoren
Grundsätzlich sollte man hier natürlich prüfen,ob sich verschiedene Gann-Verfahren gemeinsam überschneiden,z.B. Preisziele und Zeitziele.Man sollte hierzu auch in verschiedenen Zeitebenen arbeiten.Robert Krausz empfiehlt z.B. für den S&P 9-Minuten-Charts,45-Minuten-Charts und Stunden-Charts.
Noch sicherer sind die Überschneidungen,wenn noch zusätzlich Überschneidungen mit Fibonacci-Verfahren hinzukommen.
Sehr gut geeignet sind die Bollinger-Bänder,ebenfalls in drei verschiedenen Zeitrahmen.Allein das Zusammentreffen von Signalen von Bollinger-Bändern ist schon ein sehr starkes Indiz,kommen jetzt noch Überschneidungen von Gann-Prognosen von verschiedenen Böden und Tops hinzu,so erhält man Trades von großer Sicherheit.
Man kontrolliert weiter den Zustand der Trendindikatoren und der Oszillatoren.Besonders geeignet sind die modernen Indikatoren,treten hier zusätzlich Wendesignale auf,so hat man eine fast 100%tige Treffsicherheit.

War Gann ein Mythos?
In der Literatur findet sich immer wieder die Behauptung,daß die Erfolge von Gann aufgebauscht wurden.Dies macht sich an den Äußerungen seines Sohnes fest,der von ihm enterbt wurde und an der Tatsache,daß beim Tode von Gann dieser lediglich 150000$ erbte.
Die damalige Zeit,1955,war die Zeit der höchsten Steuersätze in den USA.Gann parkte seine Gelder in Steuerenklaven in Form von Stiftungen.Diese Gelder gingen nicht in die Erbmasse ein und sollten dies auch nicht.Er entfernte auch die Widmung an seinen Sohn aus allen seinen Schriften.
Nun hat Gann allerdings mit seinem Sohn gebrochen und den Hauptteil seines Vermögens seiner dritten Frau vermacht.Diese lebte bis in die 1990er in großem Reichtum und zwar trotz des Verlustes ihres großen Grundbesitzes,den sie von Gann erhielt auf Kuba.Ein weiterer Großteil seines Vermögens ging an Kirchen und wohltätige Stiftungen.
Bei seinem Tode hatte seine Firma neun Angestellte,er besaß zwei Privatflugzeuge,eine Yacht und mehrere Hausangstellte.
Seine Trading-Erfolge sind nach 1945 durch die Broker-Auszüge dokumentiert.Entscheidend aber ist, daß er in einer Zeit,den 1920er Jahren,wo ein nagelneuer Ford 500$ kostete und ein Einfamilienhaus 3000$,Börsenbriefe und Börsenkurse zwischen 1500$ bis zu 5000$ vertrieb.Seine Kunden verdienten damit Geld,noch wichtiger aber ist,daß seine gesamten Prognosen über viele Jahrzehnte dokumentiert sind und diese sprechen für sich.
Exkurs zur Biographie von Gann
Das gestörte Verhältnis zu seinem Sohn erklärt sich ebenso aus dem Lebenslauf von Gann,sowie die Verheimlichung seiner Methoden und auch der Haß und das Unverständnis,auf das er sein Leben lang traf.
Schon als kleiner Junge interessierte er sich nur für Technik und Mathematik.Er bastelte im Schuppen seiner Eltern an Flugzeugmotoren,damals,Ende des 19.Jahrhunderts die fortschrittlichste Technologie. Seine Eltern konnten ihm jedoch seinen Berufswunsch,das Studium des Maschinenbaus,nicht finanzieren.Vielmehr schickten sie ihn zu einem Commodity-Broker in die Lehre.Als kleine Farmer hatten sie ständig unter den Preisschwankungen für landwirtschaftliche Produkte gelitten und wollten nun,daß wenigstens einer aus ihrer Familie von diesen Schwankungen profitierte.
Hier machte Gann eine Blitzkarriere als Berater und erfolgreicher Trader.Nachdem er jedoch merkte, daß,nachdem er seinen Kunden seine Methoden offenbart hatte(die Übertragung naturwissenschaftlicher Verfahren auf die Märkte),diese das Vertrauen in ihn verloren,verschwieg er seine Methoden.Er blieb seiner technischen Ausrichtung sein Leben lang treu,seine Bibliothek,die erhalten geblieben ist,umfasst ausschließlich Werke aus dem Bereich der Naturwissenschaften, schwerpunktmäßig aus Physik und Mathematik.Dadurch wurde er im wahrsten Sinne des Wortes einer der Väter der Technischen Analyse.
Gann arbeitete vierzehn Stunden am Tag,las Unmengen von Büchern,aber fast keine aus dem Bereich der Ökonomie und des Börsenwesens,sondern befasste sich ausschließlich mit naturwissenschaftlichen und mathematischen Fragen,darunter auch mit der Astrologie.Seine riesige Bibliothek,die er hinterließ, legt hierfür Zeugnis ab.Auch in seinem Büro beschäftigte er mehrere Mathematiker und Astrologen.
Als er seinen Sohn 1940 in sein Büro nahm,ging er davon aus,daß dieser in seine Fußstapfen treten würde und widmete ihm stolz sein Rohstoffbuch.Dieser war jedoch intellektuell überfordert und verstand nicht von dem,was dort geschah.Er verbrachte die Zeit in diesem Büro meist damit, Papierflieger zu formen.Gann,der ein sehr konservativer Mensch war,mißverstand dies als charakterlichen Mangel.Er brach die Beziehung zu seinem Sohn ab, was umso leichter möglich war, als auch Ganns Beziehungen zur Mutter, seiner zweiten Frau, ziemlich schlecht waren. Der Sohn beendete sein Leben als mittlerer Bankangestellter.In den Neuauflagen seiner Werker entfernte Gann als Verweise auf seinen Sohn.
Dieser reagierte mit einem lebenslangen Haß.Als der neugegründete Verband amerikanischer technischer Analysten 23 Jahre nach dem Tode Ganns diesem posthum die Ehrenmedaille verlieh für Verdienste um die Technische Analyse,weigerte sich sein Sohn,diese entgegenzunehmen.
Der Haß auf W.D.Gann
Betrachtet man Leben und Werk,so wird der Haß,der ihn bis heute verfolgt,in seinen Gründen deutlich.
Gann war der erfolgreichste Analyst der Wall Street-Geschichte,alle anderen Börsengurus müssen sich an ihm messen lassen und schneiden dabei schlecht ab.Es ist klar,daß dies seine Beliebtheit nicht gerade steigert.
Die Gann-Verfahren widersprechen der neuzeitlichen Ideologie,da sie den Menschen und die Kurse als einen Teil der Natur betrachten.Sie dürften daher eigentlich nicht funktionieren.Dies erzeugt erhebliche Spannungen und Frustration.Da der Leser seine Einstellungen nicht aufgeben wird,neigt er dazu,nach Argumenten zu suchen,die Leistungen Ganns herabzuwürdigen.
Die Börsen-Autoren sind Menschen,die in der Regel in irgendeiner Weise ökonomisch oder allgemein sozialwissenschaftlich vorgebildet sind.Beides verachtete Gann.Er betonte immer wieder,daß die Kurse natürliche Ursachen haben und daher mit Hilfe von Mathematik und Science,also Naturwissenschaften, zu erklären seien.Auch trägt entscheidend zur Ablehnung von Gann bei.
Dies ist für den Trader,der sich mit diesen Methoden befaßt,ein großer Vorteil.Sie werden nämlich auch in Zukunft funktionieren,da die Masse sie nicht anwenden wird.Jedes Verfahren scheitert,wenn es von der Masse adoptiert wird,da die Mehrzahl das Spiel an den Märkten finanzieren muß.
W.D.Gann und die Astrologie
Die Gann’sche Astrologie hat wesentlich zum Haß auf Gann und die Ablehnung seiner Methoden beigetragen.Es wird meist schamhaft verschwiegen,daß der erfolgreichste Wall-Street-Analyst aller Zeiten an der Decke seines Büros zwei überdimensionale Horoskope angebracht hatte:Eines berechnet auf den Zeitpunkt der Gründung der USA,das andere berechnet auf den Zeitpunkt der Gründung der Wall Street.
Jedoch erfolgte diese Beschäftigung logisch aus dem naturwissenschaftlichen Ansatz von Gann.Wie viele seiner Zeitgenossen war er zutiefst beeindruckt von der Entdeckung der Atome und davon,daß diese ein Spiegelbild sind der Planetensysteme,denn nicht nur kreisen die Elektronen um den Kern,wie die Planeten um die Sonne,sondern die Abstände sind ähnlich groß,wie zwischen Erde und Sonne,wenn man sie umrechnet auf die winzige Größe der atomaren Teilchen.Nun besteht aber der Mensch aus solchen Atomen.
Es war daher für Gann selbstverständlich,daß auch die Produkte des Menschen,z.B. die Kursverläufe auf den Märkten,mit den atomaren und planetaren Bewegungen im Einklang sein müssen,denn in der Natur kann es nichts geben,was sich widerspricht.Auch müssen die gleichen Verfahren zur Analyse Erfolg bringen.
Daher betonte er immer wieder,daß den Kursbewegungen „natural causes“(natürliche Gründe) zugrundeliegen,die es gilt mit Hilfe von „Science“(Naturwissenschaft)zu erforschen und das jeder in dern Märkten Erfolg haben wird,“who is able to master the beautiful science of mathematics“(der in der Lage ist,die wunderschöne Wissenschaft der Mathematik zu beherrschen).

Warum funktionieren die Gann-Verfahren und andere geometrische Techniken?
Gann und die fraktale Geometrie
Die Gann-Verfahren waren und sind ein Außenseiter-Verfahren.Dies hängt neben ihrer Komliziertheit vor allem damit zusammen,daß sie den heutigen Menschen unglaubwürdig erscheinen,denn es gibt offensichtlich keine kausalen Beziehungen zwischen den Bestimmungsfaktoren der Kurse und den geometrischen und mathematischen Verfahren,die Gann anwandte.
Dieser Umstand allerdings hat den Vorteil,daß sie auch in Zukunft noch funktionieren werden,da nur wenige sie verwenden.Überdies ist es so,daß sowohl in der Physik als auch in der Biologie mittlerweile die Kausalität als einziger Wirkungsfaktor ausgehebelt wurde.Dies spiegelt sich allerdings nicht in den Lehrplänen der Schulen wider,die nach wie vor ein veraltetes Weltbild vermitteln,ohne die Erkenntnisse des späten 20.Jahrhunderts zu berücksichtigen.Die Verfahren Ganns lassen sich in ihrer Wirksamkeit teilweise durch die fraktale Geometrie erläutern.
Bis Mitte der 1960er war diese eine rein mathematische Spekulation.Als aber die Computer in der Lage waren,Milliarden von Rechenschritten durchzuführen,trat sie in das Bewußtsein der Öffentlichkeit,wobei in den Schulbüchern allerdings nur auf die Möglichkeit abgestellt wird,mathematische Strukturen sichtbar zu machen,manchmal auch auf die Selbstähnlichkeit der Wirklichkeit,die dem Trader gut bekannt ist,da sich Formationen und Muster in verschiedenen Zeitrahmen wiederholen.
Die beiden entscheidenen Erkenntnisse der fraktalen Geometrie werden in den Lehrplänen jedoch ausgeklammert.
Die fraktale Geometrie hat bewiesen,daß die anscheinend zufällig entstehenden Formen von Lebewesen,Pflanzen und Tieren mathematischen Formeln entsprechen.Diese benötigen Milliarden von Rechenschritten,sie sind aber eben nicht zufällig,sondern mathematisch strukturiert.
Habe ich eine solche Form entwickelt,so kann ich durch Variation der mathematischen Ausgangsformel die Formen aller verwandten Arten ableiten.Dieses Verfahren kann man auch am Computer mit traditionellen geometrischen Verfahren,wie Krümmungen,Spiegelungen,usw. nachahmen,ohne die Milliarden von Iterationen durchführen zu müssen,die die fraktale Geometrie verwendet.Ich kann also,wenn ich die Form eines Haifisches in meinen Computer geladen haben,diese mit Hilfe der klassischen Geometrie in die Form einer Flunder verwandeln und auch in die eines jeden anderen Fisches.
Fazit:
Die Faktoren,die die biologischen Arten erzeugen,wie Genmutationen und natürliche Auslese,haben keine Beziehung zu Mathematik und Geometrie.Dennoch halten sie sich an ihre Gesetze und sind nur in der Lage, mathematische Formen zu entwickeln und diese zu variieren.In analoger Weise haben die Bestimmungsfaktoren der Kurse,also die Faktoren,die Angebot und Nachfrage bestimmen,keine kausale Verbindung zu Mathematik und Geometrie.Sie sind aber genausowenig nicht in der Lage,sich ihren Gesetzen zu entziehen.Dies ist nichts Neues,wir wissen schon von den Fibonacci-Zahlen her,daß die herkömmliche Einteilung in Kultur und Natur fragwürdig ist,denn die Fibonacci-Zahlen kommen sowohl in Naturphänomenen vor,wie auch in kulturellen Dingen,z.B. Unfallhäufigkeit,usw.Analoges gilt für die mathematischen Verfahren,die Gann anwendete,Oktavenbildung,Quadratzahlen,Geometrie.